Die alte Volksschule in Tirol, am 5. Dezember 1978, etwa halb zehn Uhr am Vormittag. Ich bin acht Jahre alt und sitze in der Schulbank. Die Hände der Kinder sind vor der Brust verschränkt, die Rücken sind gerade. Es ist still. Kein Laut ist zu hören. Die Lehrerin geht von Bank zu Bank und lässt sich die Fingernägel zeigen. Meist nickt sie zufrieden. Doch manchmal schaut sie streng. Dann sagt sie: "Schäm’ dich." Oder: "Gerade heute." Ich schiele auf meine Fingerkuppen. Könnten durchgehen als sauber.