Austria

Welle an Protesten nach Macrons Islam-Aussagen

Hintergrund sind Aussagen von Macron: Er hatte sich am Mittwoch auf die Seite derjenigen gestellt, die Mohammed-Karikaturen zeigen oder veröffentlichen wollen. Frankreich werde nicht „auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen“, sagte Frankreichs Präsident bei einer Gedenkfeier zu Ehren des getöteten Lehrers Samuel Paty. Dieser hatte die Karikaturen im Unterricht gezeigt.

Die islamische Tradition verbietet es dagegen, den Propheten abzubilden. In Kuwait erklärten 50 Konsumgenossenschaften der Zeitung „Al-Kabas“ zufolge, alle französischen Waren aus ihren Filialen entfernt zu haben. Auch in Katar erklärten Supermarkt-Ketten, französische Waren bis auf Weiteres zu entfernen. In sozialen Netzwerken waren Videos zu sehen, wie Mitarbeiter eines Supermarkts in Jordaniens Hauptstadt Amman französische Milchprodukte aus dem Kühlregal räumen. Nutzer verbreiteten im Internet die Namen französischer Marken und riefen zum Boykott auf, auch entsprechende Hashtags machten die Runde. In mehreren arabischen Ländern war ein durchgestrichener oder gar mit Hakenkreuz abgebildeter Macron auf Transparenten zu sehen. Mit Schuhen wurde sein Abbild getreten und mancherorts gleich ein Raub der Flammen.

Mohammed-Karikaturen hatten schon mehrfach gewaltsame Proteste in der islamischen Welt ausgelöst - Anfang 2006 kamen dabei mehr als 150 Menschen ums Leben. Auslöser waren damals Karikaturen der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“. 2015 starben bei einem Attentat auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“, das ebenfalls Karikaturen des Propheten gezeigt hatte, zwölf Menschen. Für strenggläubige Muslime sind Filme oder Bilder, die den Propheten Mohammed als Person zeigen, anstößig und eine Form der Gotteslästerung.

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) verurteilte die Veröffentlichung satirischer Karikaturen, die den Propheten zeigen. Solch ein Verhalten „beschädigt die muslimisch-französischen Beziehungen“, hieß es. Der Großimam von Kairo, Ahmad Al-Tayyeb, sprach von einer systematischen Kampagne, die den Islam in politische Kämpfe drängen solle. Das jordanische Außenministerium erklärte, dass die Veröffentlichungen die Gefühle von Muslimen verletzten.

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