Austria

Was Kurz meinte: Ab April flutschen Impfdosen wie bei der Ketchup-Flasche

Ketchup Splash

© Getty Images / GMVozd/istockphoto

Kurz zog Vergleich zu gläsernen Ketchup-Flaschen, aus denen erst nichts kommt bis plötzlich ein ganzer Schwall am Teller landet. Im April sind wir soweit - mit zwei Millionen Dosen pro Monat.

von Bernhard Gaul

Österreich hat im Februar lächerlich wenig Impfdosen bekommen, was zu einem verständlichen, großen Unmut über den "Impfplan" der Regierung geführt hat. Wobei die Regierung ja nur für die Beschaffung und Distribution in die Länder zuständig ist, wer wann wie geimpft wird, das entscheiden die Bundesländer selbst – und bisher höchst unterschiedlich.

"Ketchup-Effekt"

Bundeskanzler Kurz ging Montagabend in seiner Wortspende zu den Lokalöffnungen im fernen Westen (Vorarlberg) auch auf die Corona-Impfungen ein und zeichnete ein bei vielen Österreichern wohlbekanntes Bild: "Jede Impfung bringt uns einen Schritt mehr in Richtung Normalität", sagt der Regierungschef.

Und dann sprach er vom "Ketchup-Effekt". Darin zieht Kurz einen Vergleich zu gläsernen Ketchup-Flaschen, aus denen erst gar nichts fließt, bis plötzlich und meist unerwartet ein riesiger Schwall auf dem Teller landet. Worüber sich meist die Kinder freuen.

Mag lustig klingen, aber der Hintergrund ist ein ernster:

Von Dezember bis Februar hat Österreich insgesamt 892.515 Dosen (für halb so viele Menschen zur Immunisierung) bekommen, von den drei verfügbaren Produzenten Pfizer, Moderna und Astra Zeneca.

Im März sieht der Lieferplan vor, dass Dosen eintreffen sollen, wobei je rund 450.000 Dosen von Pfizer und Astra Zeneca als Löwenanteil erwartet werden.

Jetzt kommt´s

Ab April wird Österreich mehr als doppelt so viele Impfdosen zur Verfügung haben. Oder anders gesagt: Ab April soll in etwa monatlich so viel verimpft werden können, wie Österreich in den Monaten Dezember, Jänner, Februar und März zusammen bekommen hat.

Ab April, also dem zweiten Quartal, rechnet das Ministerium laut KURIER-Informationen damit, dass monatlich nur von Pfizer, Moderna und Astra Zeneca rund 1,8 Millionen Dosen kommen werden.

Dazu kommen noch die Dosen von Johnson & Johnson, die, sofern bis dahin zugelassen, 220.000 Dosen pro Monat ausmachen sollen.

Damit würde sich auch bestätigen, was Minister Anschober im KURIER-Interview vor einer Woche sagte – nämlich dass bis zu 100.000 Dosen pro Tag am April verimpft werden könnten.

Natürlich, betont das Gesundheitsministerium wieder und immer wieder: Alles vorausgesetzt, dass die Lieferungen von den Pharmalabors auch so eintreffen, wie das ausgemacht wurde.

Die Physik der Ketchup-Flasche

Übrigens ist das Phänomen des nicht gleich flutschenden Ketchups aus der Glasflasche in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht worden. Auch Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger klärte am Dienstag die Öffentlichkeit auf, dass es sich bei Ketchup um einen thixotropen Stoff handelt.

Laut Wikipedia bezeichnet Thixotropie in der Rheologie (Fließkunde) eine "Zeitabhängigkeit der Fließeigenschaften bei nichtnewtonschen Fluiden, bei der die Viskosität infolge andauernder äußerer Einflüsse abnimmt und erst nach beendigter Beanspruchung wieder in die Ausgangsviskosität zurückkehrt".

Vereinfacht heißt das, dass die thixotrope Flüssigkeit erst mit der Dauer ihrer Deformation dünnflüssiger wird. 

Meinl-Reisinger erinnerte sich auch daran, dass sich die Sciencebuster dem Thema widmeten und erinnerte sich, dass Ketchup gleichmäßig von Anfang an fließt, wenn vorher Energie im Form von Schütteln zugefügt wird. Und eben diese Energie sei bei unserem Impfplan nie zugefügt worden, kritisierte die Neos-Chefin. Deshalb würden die Impfungen nur zähflüssig verlaufen.

Impfstoff-Produktion in Österreich

Kanzler Kurz erklärte außerdem, dass sich Österreich auf weitere Mutationen vorbereiten müsse und nicht mehr nur von der EU abhängig sein solle.

Deshalb wollen Österreich und Dänemark gemeinsam mit Israel in den kommenden Jahren Impfdosen der zweiten Generation für weitere Mutationen des COVID-Virus produzieren sowie gemeinsam an Behandlungsmöglichkeiten forschen. Der Bedarf alleine für Österreich wird auf rund 30 Mio. Impfdosen geschätzt.

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