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Was im Körper passiert, wenn wir einander einfach nur berühren

Symbolbild

© Getty Images/iStockphoto/LightFieldStudios/iStockphoto

Momente der Zärtlichkeit: Wie man verschiedene Sexstellungen ganz ohne Sex genießt – ein paar Streichel-Einheiten für das Liebesleben in sehr besonderen Zeiten.

von Gabriele Kuhn

Er ging als „Dr. Love“ in die Geschichte ein: Paul. J. Zak ist jener Mann, der im Jahr 2004 entdeckte, dass eine neurochemische Substanz namens Oxytocin in unserem Gehirn bestimmt, wem wir vertrauen und wem nicht.

Seitdem ist der Stoff als „Liebeshormon“ bekannt. Es fördert die Bindung zum Partner – und es wird durch Berührungen freigesetzt. Zaks Lebensrezept lautet daher so: „Acht Umarmungen am Tag und das Wort mit L.“ Aus seiner Sicht sei es wichtig, auf diese Weise Liebe zu verschenken: „Sagen Sie anderen, dass Sie sie lieben. Das ist der erste Schritt zu einer liebevolleren Welt.“ Man kann also auch mit Worten kuscheln.

Ein inspirierender Gedanke für spezielle Zeiten, was mich gedanklich zu einem Buch führt, das mir vor vielen Jahren zugeschickt wurde: das Kuschelsutra. Dessen Autor, Rob Grader, ist überzeugt: „Kuscheln ist besser als Sex.“ Er versteht sein Buch als „hemmungslose Hommage an die Innigkeit.“ Ich behaupte natürlich, dass es beides braucht – Zärtlichkeit UND Sex, einmal so, dann wieder so. Erotik liebt die Abwechslung und sollte ein wenig unberechenbar bleiben – nix gegen eine rustikale Nummer ohne viel Firlefanz.

Zeitlos schön

Doch, wie bereits gesagt: Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen und Fantasie. Kuscheln ist eine von vielen wunderbaren Möglichkeiten, die Isolation daheim gemeinsam zu überstehen. Weil wir auf diese Weise zeigen können: Ich bin da. Ich hab’ dich lieb. Ich mag dich spüren. Also haben wir doch bitte Sex UND kuscheln mit unseren Partnern, so oft es nur geht (Attenzione: Dazwischen gehen wir bitte auch wieder auf Distanz, die braucht’s jetzt mindestens ebenso dringend). Das Wunderbare daran: Kuscheln will nix, fordert nix. Es ist einfach nur. Zeitlos schön, kann es uns in eine Art Flow-Zustand versetzen, in dem die Stunden und Minuten wie aufgehoben scheinen. Die perfekte Art, sich zu entspannen.

Rob Grader ermutigt in seinem Buch zu ,Kuscheltagen’ mit dem eigenen Partner: Fix vereinbarte Dates, bei denen man sich wirklich nur absichtslos berührt, umarmt und streichelt.

Denn tatsächlich: Oxytocin, das durch die Berührung entsteht, führt zum Abbau von Stresshormonen, die Atmung und der Puls verlangsamen sich. Wir entspannen uns endlich ein wenig – fühlen, lassen los, atmen ein, atmen aus. Rob Grader ermutigt in seinem Buch zu „Kuscheltagen“ mit dem eigenen Partner: Fix vereinbarte Dates, bei denen man sich wirklich nur absichtslos berührt, umarmt und streichelt. Keiner sagt: „Geh komm, dreh schnell die Nachrichten auf“ oder „Bring den Mist raus“. Nein, die Realität bleibt jetzt einmal für eine Weile draußen vor der Tür.

Kuschel-Stellungen

Kuschel-Stellungen gibt’s viele, meine „Lieblings“-Stellung ist die „68 ½“. Ja, wer jetzt an die „69“ denkt, liegt nicht falsch: Denn tatsächlich kuscheln da zwei verkehrt – nicht Kopf an Kopf, sondern Kopf an Fuß. Idealerweise kringeln sich die Partner dabei ein bisserl ein, sodass man einander in die Augen schauen, Händchen halten und sich gegenseitig den Kopf kraulen kann. Auch schön: schlichtes Händchenhalten. Rob Grader empfiehlt, die Finger ineinander zu verschränken, zu einem „Geflecht“, das symbolisiert eine besonders starke und intime Verbindung. Geht echt super beim Fernsehen.

Ja, und dann hätte ich noch einen Tipp fürs heutige Zeitunglesen: Wer will, tut’s nicht solo, sondern ineinander verschränkt. Auf einem schönen großen Sofa oder einer Couch, wo jeder die Möglichkeit hat, den Kopf gemütlich in Leseposition zu bringen. Die Beine werden ineinander verschlungen, einer liest die, der andere den KURIER. Irgendwann wird getauscht. Oder aber man liest einander was vor. Kleiner Tipp von Rob Grader: „Knie kippen – dann habt ihr freie Sicht auf den Partner.“

Wussten Sie, dass... es eine „Typologie der Liebe“ gibt? Der kanadische Soziologe John Alan Lee hat  dazu ein Modell entworfen: „Eros“ will intensive, leidenschaftliche Gefühle. „Ludus“ fokussiert sich vor allem aufs Unverbindliche. „Mania“ ist die zwanghaft, emotionale Verstrickung. „Pragma“ meint die logisch-pragmatische Form des Liebens. „Agape“ wiederum den selbstlosen Ansatz – man „schenkt“ Liebe.

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