Austria

Warum zu viele Makis gesundheitsschädlich sein können

© REUTERS/RAFAEL MARCHANTE

Untersuchungen zeigten hohe Gehalte an Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium in Makis: Warum Sie beim Verzehr von Algen achtgeben sollten.

von Anita Kattinger

Makis als schnelles Mittagessen gelten als gesund: wenig Kohlenhydrate, Vitamine von frischem Gemüse und gesunde Fette von Fischen wie Lachs. Deutsche Verbraucherschützer warnen allerdings vor Schadstoffen in dem vermeintlich gesunden Snack, da Meeresalgen häufig Schadstoffe aus der Umwelt aufnehmen.

Bei Untersuchungen wurden besonders hohe Gehalte an Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium in getrockneten Algenblättern nachgewiesen, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mitteilte. Auch Jodgehalte waren in der Regel zu hoch und möglicherweise gesundheitsschädlich.

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der deutschen Bundesländer haben bereits im Jahr 2013 getrocknete Algenblätter im Rahmen eines bundesweiten Monitoring-Programms untersucht. Fünf Jahre später wurde dieses Programm wiederholt.

Gesetzlicher Höchstgehalt

Jede zehnte Probe mit den höchsten Bleigehalten wies Werte im Bereich von 1 bis 10 mg/kg auf. Bisher wurde kein maximal zulässiger Höchstgehalt für Blei in Meeresalgen festgelegt. Die Einführung eines solchen gesetzlichen Höchstgehaltes ist geplant und Gegenstand aktueller Beratungen zum gesundheitlichen Verbraucherschutz.

Die untersuchten Algenproben wiesen zwar hohe durchschnittliche Arsengehalte von etwa 25 mg/kg auf, jedoch nahezu ausschließlich in der organisch gebundenen Form, die hinsichtlich ihres gesundheitlichen Risikos noch nicht ausreichend untersucht wurde.

Die durchschnittlichen Aluminiumgehalte lagen bei den untersuchten Algenblättern mit etwa 100 mg/kg auf ähnlich hohem Niveau wie fünf Jahre zuvor. Aufgrund der geringen Verzehrmenge ist nach derzeitigem Erkenntnisstand jedoch nicht von einem gesundheitlichen Risiko auszugehen.

Forderung nach Grenzwerten auf EU-Ebene

Diese Daten sind nicht neu: Warum weist das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erneut auf mögliche Gesundheitsgefahren hin?

Derzeit existieren für getrocknete Algenblätter mit Ausnahme der Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln keine rechtlich verbindlichen EU-Höchstgehalte.

Jedoch werden aktuell auf EU-Expertenebene weitere Regelungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit geprüft. Das BVL setzt sich in den entsprechenden Fachgremien der EU-Kommission dafür ein, dass Höchstgehalte für Schwermetalle und Arsen in Meeresalgen festgelegt und weitere Verbraucherschutzmaßnahmen in Bezug auf Jod eingeführt werden.

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