Austria

Warum Gratistests das neue Klopapier werden könnten

NAL VON MINDEN develops first combination test for corona and flu

© EPA / SASCHA STEINBACH

Ab 1. März sollen alle Versicherten fünf Tests bekommen. Doch es gibt einige Ausnahmen – und auch die Apotheken haben ein Problem.

von Christian Böhmer, Elisabeth Hofer

Ab kommendem Montag wird vermutlich noch eifriger in der Nase gebohrt als bisher. Denn jeder in Österreich Krankenversicherte, der vor dem 1. Jänner 2006 geboren wurde, bekommt in der Apotheke pro Monat fünf kostenlose Antigentests zum Mitnehmen. So weit, so klar.

Wie der KURIER berichtet hat, gibt es bei der Ausgabe der Gratistests aber eine große Hürde: Wer über keine Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) verfügt, kann sich keine Gratistests abholen. Über ELGA wird nämlich dokumentiert, wer seine Tests in diesem Monat schon erhalten hat, und wer nicht.

Aber woher weiß ich als Sozialversicherter, ob für mich eine elektronische Akte existiert oder nicht? Grundsätzlich verfügen alle in Österreich Versicherten, die sich nicht bewusst und aktiv abgemeldet haben, automatisch über ELGA. Ihre Daten (im Wesentlichen sind es Entlassungsbriefe, Laborbefunde und verschriebene Medikamente) werden aber nicht, wie viele glauben, direkt auf der eCard gespeichert, sondern liegen auf externen Servern. Die eCard dient lediglich als eine Art Schlüssel zu den hinterlegten Daten, wenn sie beim Arzt gesteckt wird. Der jeweilige Versicherte kann, wenn er sich mittels Handysignatur oder Bürgerkarte ausgewiesen hat, online seine Akte einsehen.

Doch zurück zu der Ausgabe von Gratistests durch Apotheken – und zu einem weiteren Problem. Wie der Gesundheitssprecher der Neos, Gerald Loacker, erklärt, seien vom Erhalt der Gratistests auch Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen, die sich nicht bewusst von ELGA abgemeldet haben.

Dazu zählen Freiberufler, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, etwa Rechtsanwälte und Notare. Auch Mitglieder anderer Berufsgruppen wie Tierärzte, Architekten und Ziviltechniker können in diese Gruppe fallen, da sie eine Wahlmöglichkeit zwischen gesetzlicher und freiwilliger Krankenversicherung haben. Dem nicht genug, seien auch Grenzgänger betroffen, also Österreicher, die täglich zum Arbeiten ins Ausland pendeln und deshalb nicht in die gesetzliche Versicherung fallen. Allein in Vorarlberg sind das laut Loacker 17.000 Personen.

Ansturm erwartet

Und dann ist da noch ein anderer Umstand, der dazu führen könnte, dass selbst ELGA-Teilnehmer ihre fünf Tests nicht sofort erhalten: Es sind nicht genug Tests vorhanden.

Wie die Apothekerkammer ihren Mitgliedern in einem Schreiben mitteilt, werden in der ersten Woche nur rund drei Millionen Tests zur Verteilung stehen, weil der pharmazeutische Großhandel noch nicht genug Tests bevorratet habe.

Wenn der Ansturm auf die Gratistests also jenem auf Klopapier und Germ im ersten Lockdown ähnelt, wird es eng. „Und ein Appell, nicht gleich in die Apotheke zu gehen, weil die Tests knapp sind, wird das Gegenteil bewirken: Die Leute werden versuchen, besonders schnell an das rare Gut zu kommen“, sagt Loacker. „Wieder einmal ist zuerst versprochen, dann nachgedacht worden. Die kostenlosen Tests hätte der Gesundheitsminister früher organisieren müssen.“

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