Austria

Waisenkind, weil niemand Mutter vor Nazis versteckte

Nicht nur Wiedersehensfreude, auch ein mulmiges Gefühl war es, als Gertrude Pincus im Jahr 1953 die Freundinnen aus ihrer Kindheit beim ersten Heimatbesuch in Steyr wiedertraf. "Was haben sie wohl während der Schreckensjahre gemacht", fragte sich die 30-jährige Frau und: "Warum haben sie meine Mutter nicht versteckt?" Gertrude Pincus überlebte die Tötungsmaschinerie der Nazis nur, weil sie ihre Eltern Julie und Rudolf Böck den Quäkern anvertrauten, die das Mädchen mit einem Kindertransport 1939 nach England schickten. Ihre Mutter musste sich, nachdem ihr Mann, ein Nichtjude, an Tuberkulose verstarb, alleine als Lackiererin in den Steyr-Werken durchbringen, ehe ihr als Jüdin die Nazis die Lebensmittelkarten strichen und sie dann aus ihrem ungeheizten Zimmer im Steyrdorf nach Polen verschleppten und in einem Lager ermordeten.

"Der grausame Tod ihrer Mutter hat in ihr eine tiefe Wunde hinterlassen, die niemals heilen würde, hat sie mir einmal geschrieben", erzählt die Steyrer Autorin Waltraud Neuhauser-Pfeiffer, die die Lebensgeschichte des Mädchens aus Steyr aufgezeichnet hat, dem die Jugendzeit und die Familie geraubt wurden. Als 16-Jährige in England angekommen, verdiente sich Pincus, die wegen ihrer jüdischen Herkunft in Steyr nach dem "Anschluss" an Deutschland aus dem Gymnasium hinausgeworfen worden war, ein Mittagessen bei begüterten Familien. Den in Österreich nicht geläufigen Namen Pincus trägt sie, weil sie 1942 in England Werner Pincus, einen jüdischen Flüchtling aus Breslau, heiratete, wofür ihre Mutter Julie Böck wenige Wochen vor ihrer Deportation in einem Brief die Erlaubnis gab.

"Wir wollen zum heurigen Holocaust-Gedenktag das Schicksal von Gertrude Pincus und ihrer Mutter in Erinnerung rufen", sagt Neuhauser-Pfeiffer, die gemeinsam mit Karl Ramsmaier das Standardwerk "Vergessene Spuren – Die Geschichte der Juden in Steyr" geschrieben hat. Das Buch ist vergriffen, weshalb Neuhauser-Pfeiffer die Geschichte der Steyrerin Gertrude Pincus in einer Broschüre nochmals neu zusammengefasst hat.

Bei der heurigen Landesausstellung wird dem Mädchen, dem mit 16 Jahren die Flucht vor den Nazis und der Ermordung gelungen ist, das sich aber von seiner Mutter am Bahnsteig für immer trennen musste, ein eigenes Kapitel im Museum Arbeitswelt gewidmet. Am Steyrer Urnenfriedhof erinnert heute noch ein Grabstein an die ermordete Witwe Julie Böck. Gemeinsam mit dem Museum Arbeitswelt übernimmt alljährlich eine Schulklasse die Grabpflege. Gertrude Pincus verstarb im Jahr 2008 in Berlin.

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