Austria

Vorwürfe einer Ischgl-Urlauberin: „Wir haben so oft nachgefragt“

Die Hamburgerin Susanne Brandenburg will sich der Sammelklage von Peter Kolba anschließen.

von Michaela Reibenwein

Susanne Brandenburg geht es endlich besser. Trotzdem kann sie ihre Wohnung in Hamburg noch nicht verlassen. Sie hat sich das Coronavirus eingefangen. Beim Skiurlaub in Ischgl. Die 52-Jährige ist eine jener 2.700 Urlauber, die sich der geplanten Sammelklage des Verbraucherschutz-Vereins von Peter Kolba angeschlossen haben.

Die Angestellte lächelt. Ein sonniger Tag, eine wunderbare Piste. Ein anderes Mal reißt sie die Arme in die Höhe – sie steht vor dem großen Ischgl-Schriftzug. Es sind Bilder von einem schönen Urlaub. Der gar nicht schön endete.

Die Angestellte war mit ihrem Mann und einem befreundeten Paar in Ischgl. „Wir sind am 7. März angekommen, da war Corona noch gar kein Thema“, erinnert sie sich. Doch schon einen Tag später machte ein Gerücht die Runde: Ein Mitarbeiter der Après-Ski-Bar Kitzloch sei an dem Virus erkrankt. „Natürlich haben wir dann auch bei uns im Hotel nachgefragt. Da wurde uns nur gesagt, das ist ein Einzelfall, das Lokal sei dicht und wir sollen uns keine Sorgen machen“, erzählt sie.

Doch schon wenig später waren sämtliche Après-Ski-Lokale zu. Im Hotel waren Mitarbeiter mit Desinfektionsmittel unterwegs. Wieder, so erinnert sich Brandenburg, habe man nachgefragt, ob man sich sorgen müsse. „Hier ist es nicht“, sei beschwichtigt worden. Keine Gefahr. Doch die Gerüchteküche unter den Urlaubern habe von Tag zu Tag mehr gebrodelt.

Am 10. März sei ein Verwandter des befreundeten Paares ins Hotel gekommen. „Der war mit einer Männergruppe in Ischgl und am Tag zuvor waren die noch beim Après-Ski“, erinnert sich die Hamburgerin. Wie sich wenig später herausstellte, waren er und sämtliche Freunde an Corona erkrankt.

Brandenburg und ihr Mann brachen den Urlaub ab. „Eigentlich hätten wir am nächsten Tag einen Flug gehabt. Aber wir haben aus Sicherheitsgründen einen Mietwagen genommen und sind nach Hamburg gefahren. Wir wollten sofort aus dem Ort weg“, erzählt die Frau.

Dort begab man sich sofort in Quarantäne. Zurecht. Susanne Brandenburg hatte das Virus, ihr Mann nicht. Auch der Mann des befreundeten Paares war infiziert, er kämpfte im Spital um sein Leben. Mittlerweile dürfte er das Schlimmste überstanden haben.

Beschwichtigungen

Auch Susanne Brandenburg hat es ordentlich erwischt. Anfangs habe sie nur leichtes Halskratzen, Kopfschmerzen und Druck auf der Brust gehabt. Doch die Symptome verschlimmerten sich. Brandenburg lag mit starken Kopf-, Glieder- und Brustschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Reizhusten im Bett. „Ich verstehe nicht, warum immer wieder beschwichtigt wurde. Wir haben so oft nachgefragt“, ärgert sie sich.

So geht es vielen Urlaubern. Es sind vor allem Deutsche, die sich bei Verbraucherschützer Kolba gemeldet haben. Er hat eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht, weil die Tiroler Behörden die Sperren von Hotels und Pisten hinausgezögert haben sollen. Konkret macht man Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), mehrere Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften dafür verantwortlich.

„Wir vertreten auch Angehörige von zwei Personen, die am Coronavirus gestorben sind. Dabei handelt es sich um einen 57-jährigen Deutschen und einen 54-jährigen Wiener“, sagt Kolba.

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