Austria

Vor 10 Jahren: Als der Streit Vettel vs. Webber eskalierte

© REUTERS/BRANDON MALONE

Die beiden lagen in der Weltmeisterschaft vorne, als es zum verhängnisvollen Crash unter den Red-Bull-Teamkollegen kam.

von Florian Plavec

Mark Webber stand oft im Schatten von Sebastian Vettel. 2011, 2012 und 2013 war der Australier braver Helfer des Deutschen auf dessen Weg zu seinen WM-Titeln. Doch das war nicht immer so.

Es war der 30. Mai 2010. Die Red-Bull-Fahrer Vettel und Webber führen punktegleich die Weltmeisterschaft an. Weder der Jungstar Vettel noch der Routinier Webber haben bisher einen WM-Titel geholt. Webber geht mit einem Hochgefühl in das Rennen in der Türkei, die beiden Rennen zuvor hat der damals 33-Jährige überlegen gewonnen, jede einzelne Runde lag er dabei in Führung. Und auch in der Türkei holt er die Poleposition.

Webber muss im Rennen etwas Benzin sparen. Nach der Serie der Boxenstopps taucht plötzlich Vettel in seinem Rückspiegel auf. In der 40. Runde setzt Vettel zum Überholen an, die Autos rasen mit hoher Geschwindigkeit Seite an Seite, als Vettel leicht nach rechts zieht. Es kommt zur Kollision. Beide Red Bull schlittern von der Strecke. Für Vettel ist das Rennen zu Ende, er steigt aus und zeigt den Vogel, Webber rettet Rang drei ins Ziel. Wie es richtig geht, beweisen die McLaren-Fahrer, wo sich Lewis Hamilton gegen Jenson Button hart aber fair durchsetzt und den Sieg holt.

Beide Fahrer sehen die Schuld für den Unfall eindeutig beim anderen. "Ich denke, es ist recht eindeutig", sagt Vettel. "Ich war auf der inneren Seite und hatte damit das Vorrecht für die nächste Kurve." Webber widerspricht: "Seb hatte einen Speed-Vorteil, zog nach innen. Dann waren wir nebeneinander, und dann schien er ziemlich schnell nach rechts gezogen zu haben, und wir haben uns berührt."

Das Red-Bull-Team versucht zu schlichten. Doch Motorsportberater Helmut Marko schlägt sich rasch auf die Seite des Deutschen, und bald bekommt auch der neutrale Beobachter den Eindruck, dass das Team eher auf der Seite von Vettel steht.

Die Nummer 2

Zwar führt Webber die WM nach dem Rennen in der Türkei weiter an, doch die Weltmeisterschaft holt Vettel. Webber wird (laut Eigendefinition) zum "Number-2-Driver" - und wird nie einen WM-Titel holen. Vettel hingegen triumphiert vier Mal in Folge.

Jahre später schreibt Webber in seiner Autobiografie: "Es war tatsächlich eine bemerkenswerte Serie von Rennen in der Mitte der Saison 2010. Istanbul, Montreal, Valencia und dann Silverstone - für mich war das der Anfang vom Ende meiner positiven Gefühle für Red Bull. Für mich war nun klar, dass Helmut Marko die Fäden in der Hand hält."

Webbers Manager Flavio Briatore sagte damals: "Es war nicht Teil der Pläne von Red Bull Racing, dass ein alter, abgetakelter australischer Hund den Titel holt."

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