Großbritannien sei von einem der stabilsten Länder Europas zu einem der unberechenbarsten geworden. Das stellte nicht ein frustrierter Regierungschef am Freitag bei dem EU-Gipfeltreffen in Brüssel fest, sondern der Leitartikler der Londoner Wochenzeitung The Economist. Zur Stunde, knapp zehn Wochen vor Ablauf der Übergangsperiode zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Union, weiß niemand, ob sich Boris Johnsons letzte Drohung mit einem "harten Brexit", also ohne ein Freihandelsabkommen mit der EU, wieder einmal als Theaterdonner erweisen wird oder doch in die Tat umgesetzt wird.