Austria

Vize-Rektorin fordert Geld für Forschungs-Bündnis

imago images/Jan Huebner

Innsbrucks Med-Uni-Vizerektorin Christine Bandtlow mahnt wegen der Corona-Krise verstärkte finanzielle Anstrengungen des Bundes für die Unterstützung nicht-kommerzieller klinischer Studien zu Covid-19 ein.

Nach dem Vorbild Deutschlands - dort werden 150 Millionen Euro in die Hand genommen - sollen entsprechende Gelder auch für ein Bündnis aller heimischen Med-Unis zur Verfügung gestellt werden, sagt Innsbrucks Med-Uni-Vizerektorin Christine Bandtlow im APA-Gespräch. In Deutschland hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu veranlasst, insgesamt 150 Millionen Euro für das geplante Netzwerk der dortigen Universitätskliniken zur Verfügung zu stellen. Das neues Bündnis soll laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Patientenversorgung optimieren und sowohl die Entwicklung der Diagnostik, als auch Studien an Medikamenten gegen Covid-19 vorantreiben.

Heruntergebrochen auf die Größe Österreichs wären mehrere Millionen Euro für ein solches - laut Bandtlow notwendiges - Bündnis vonnöten, so die Vizerektorin, die an der Medizinischen Universität Innsbruck unter anderem für Forschung verantwortlich ist. Dahingehend seien sich alle Vertreter der heimischen Med-Unis einig, sagte die Wissenschafterin. Neben der Schaffung von Strukturen und Prozessen in den Kliniken, die eine stabile Versorgung der Patienten gewährleisten, gehe es vor allem um eine bessere Unterstützung nicht-kommerzieller klinischer Studien. "Wir könnten sehr schnell reagieren und sofort wichtige Studien umsetzen. Die Med-Unis in Österreich sind untereinander gut abgestimmt", betonte Bandtlow die Wichtigkeit zusätzlicher finanzieller Mittel.

Erst zuletzt hatte es seitens der Med-Uni geheißen, dass derzeit in Innsbruck an zwei konkreten Forschungsprojekten in Sachen Corona gearbeitet wird. Zum einen geht es darum, herauszufinden, ob das Absetzen von Mitteln gegen Bluthochdruck bei älteren Patienten den Krankheitsverlauf der Infektion begünstigt. Zum anderen plant man den Einsatz eines körpereigenen Antiseptikums. Darüber hinaus ist die Universität an einem Plattform Trial der Med-Uni Wien beteiligt.

„Virus wird uns noch länger begleiten"

Derzeit sei man in Österreich hinsichtlich der Unterstützung solcher klinischer Studien generell "deutlich unterdotiert", kritisierte die Vizerektorin. Und von den 23 Millionen Euro an angekündigten Geldern für die Corona-Forschung würden gerade einmal zwei Millionen Euro den Medizinischen Universitäten zukommen. "Es braucht eine Million Euro im Jahr pro Med-Uni für nicht-kommerzielle klinische Studien, um nachhaltige Erfahrungen für zukünftige Therapiemaßnahmen in der Patientenversorgung zu sammeln. Dieses Virus wird uns noch länger begleiten, umso wichtiger ist es, dass wir uns jetzt auch gut aufstellen, um Patientinnen und Patienten besser helfen zu können", appellierte Bandtlow an die Politik.

Häufig würde sich für solche Studien kein privatwirtschaftlicher Sponsor finden, aber sie seien von öffentlichem Interesse. "Und solche klinische Studien haben eine überragende Bedeutung - nicht zuletzt im Bereich der Erforschung neuer Arzneimittel", unterstrich die Vizerektorin.

(APA)

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