Austria

Virus belastet auch Sanitäter extrem

Das Rettungsteam im Einsatz. Der FISU-Spezialist ist auch dabei (1. v. li.)

© HERMANN WAKOLBINGER

Rettungsdienste.Spezielle Unterstützung durch erfahrene Kollegen bringt Sicherheit

Die Bewältigung der Corona-Pandemie bedeutet nicht nur für die Mediziner und das Pflegepersonal in Spitälern und Pflegeheimen eine enorme Herausforderung. Auch die Sanitäter der Rettungsdienste sind in ihrem ohnehin anstrengenden Beruf derzeit zusätzlichen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Ein neues System der fachlichen Unterstützung, das derzeit nur in Wien und Linz verfügbar ist, bringt vielen Helfern große Sicherheit.

Seit den ersten SARS-CoV-2-Krankheitsfällen im Februar hat sich bei Rotem Kreuz und Samariter-Bund in Oberösterreich vieles geändert. Mit Ende Oktober ist auch die Zahl der Rettungstransporte von SARS-CoV-2-Erkrankten in eine Klinik binnen kurzer Zeit massiv in die Höhe geschnellt. Dadurch wurde auch der Ablauf der Patientenversorgung im Rettungsdienst weiter umgestellt.

Vollkörperschutz

Bei allen Transporten arbeiten derzeit die Sanitäter mit Masken, checken zunächst ein mögliches Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion und arbeiten dann, falls erforderlich, in Schutzkleidung. „Wir waren im Rettungsdienst immer schon damit konfrontiert, dass wir zu Patienten gerufen werden, die ansteckende Krankheiten wie Hepatitis oder offene Tbc haben. Aber die Situation durch das neue Virus hat eine völlig andere Dimension“, sagt der freiwillige Rettungssanitäter Oliver Fritsch.

Das Problem für die Helfer außerhalb der Klinik sind derzeit auch akute interne Notfälle mit Herz-Kreislauf-Stillstand oder Verkehrsunfälle mit zum Teil mehreren Schwerverletzten. In diesen Situationen muss sofort eine effiziente Versorgung eingeleitet werden und es bleibt keine Zeit, eine mögliche Corona-Infektion des Patienten zu überprüfen. Hinzu kommt die körperliche Belastung des Sanitäts- und Notarztteams. In Vollschutzanzug und mit Maske ist die eigene Atmung erschwert, die Sicht immer wieder durch beschlagene Schutzbrillen eingeschränkt. „Trotzdem müssen wir bei Verdacht auch in dieser Kleidung anstrengende Arbeiten ausführen, zum Beispiel einen Patienten eine Stiege hinab zum Einsatzfahrzeug tragen oder jemanden aus dem Bett heben“, schildert Zivildiener Peter Maier. „Dass wir da nicht die Erfahrung wie langjährige berufliche oder freiwillige Rettungs- oder Notfallsanitäter haben können, ist wohl verständlich.“

Spezielle Berater

Aus diesem Grund hat der Samariter-Bund (ASB) Linz seit wenigen Monaten auch eine spezielle fachliche Unterstützung für die im Rettungsdienst tätigen Kollegen eingerichtet. Dieser hat die Bezeichnung „Field Supervisor“ (FISU) und wurde erstmals in Österreich bei der Berufsrettung Wien im Jahr 2011 installiert. „Dabei handelt es sich um einen hoch qualifizierten Notfallsanitäter mit speziellen Kompetenzen, der das Rettungsteam am Einsatzort bei der Entscheidung und Koordination in der Patientenversorgung fachlich unterstützt“, sagt Michael Gruber, Rettungsdienstleiter des ASB Linz. „Ein Field Supervisor versteht sich als zusätzliches Teammitglied auf Augenhöhe. Supervision ist eine Form der Beratung für Mitarbeitende, die zur Reflexion des eigenen Handelns anregen, sowie die Qualität unserer Arbeit am Einsatzort und bei der anschließenden korrekten Fahrzeugdesinfektion sichern soll“, sagt Gruber. Insgesamt sind in Linz 13 Notfallsanitäter im abwechselnden Turnusdienst 24 Stunden von Montag bis Sonntag im FISU-Team verfügbar.

Gerhard Lukesch

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