Austria

Viren-Tracking: Jetzt kommt Chip auf den Schlüsselbund oder HandyApp

Charite launches Corona app

Containment-Center in allen Bundesländern sollen mit Mischung aus Viren-Tracking, Testungen und Isolation neue Corona-Welle vermeiden

von Daniela Kittner

Das Thema gibt es rund um den Globus: Mit dem  Handy gegen Corona? Israel ist eines der ersten westlichen Demokratien, das mit einer App gegen das Virus vorgeht.
Auch in Österreich laufen die Vorbereitungen dafür an. Wenn die Wirtschaft wieder hochfährt, die Schulen wieder öffnen, ist eine der größten Gefahren, dass die Infektionen wieder steigen.
Und dann beginnt alles von vorne.

Daher wird überlegt, wie man Virus-Herde schnell ausfindig machen und deren Verbreitung stoppen kann. Das nennt sich „Containment“ (Eindämmung).
Unter Containment wird ein Mix aus Überwachung, raschen und umfassenden Testungen und Isolationsmaßnahmen für betroffene Personen verstanden.

Die Überwachung

Zur Überwachung  ist ein Smartphone nötig. Wer keines hat oder nicht damit umgehen kann, soll einen Chip auf den Schlüsselbund bekommen. Wenn jemand mit Corona-Symptomen entdeckt wird, wird dessen Chip oder Handy ausgewertet: Mit welchen anderen Geräten war die infizierte Person lange und eng genug zusammen, sodass es zu einer Ansteckung kommen konnte? Diese Personen sollen dann per SMS verständigt werden, dass sie sich sofort testen lassen müssen. Sind sie infiziert, müssen sie in Quarantäne.

Diese HandyApp oder der Chip könnten z. B. auch als Ausweis dienen, dass man Geschäfte betreten darf – oder sonstige „Freiheiten“ wiedererlangt.

Pflicht-Debatte

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka spricht sich im profil offen dafür aus, die „Stopp Corona App“ des Roten Kreuzes verpflichtend einzuführen. „Wenn evident ist, dass wir die Menschen schützen können, und jeder Kontakt festgehalten wird, dann sage ich dazu Ja“, so Sobotka. Kürzlich hatte er im KURIER noch gemeint, die Rechtslage gebe in Österreich keine App-Pflicht her.

Der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, ist gegen eine Pflicht: „Zwang ist immer ein schlechter Motivator.“
Kanzler Sebastian Kurz hält das Mittel zwar für gut, zur Frage der Pflicht  hält er sich bedeckt.

Das Testen

Zum Containment gehört neben dem elektronischen Viren-Tracking auch das Testen dazu. Es muss genügend verlässliche Tests geben.

Die Isolation

Und drittens sollen dann nur noch infizierte Personen und Verdachtsfälle in Isolation.

Neun Containment-Zentren

Um das umzusetzen, sollen in allen neun Bundesländern Containment-Zentren eingerichtet werden. Aus den Gesundheitsbehörden der Länder, Ärzten, Amtsärzten, Rotem Kreuz, Polizei etc. soll ein „perfekt funktionierendes Uhrwerk“, wie es in Regierungskreisen heißt, entstehen.

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