Austria

Viel Kritik über Schutzmaskenpflicht beim Einkauf

CORONAVIRUS: SUPERMARKT-BESUCH NUR NOCH MIT MASKEN

© APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Wirtschaftskammer, Einzelhändler und Handeslverband fühlen sich zum Teil "überrumpelt".

Die von der Regierung angekündigte Schutzmaskenpflicht beim Einkaufen im Supermarkt erntet viel Kritik. Neben die WKÖ und den Einzelhändler Nah&Frisch hat sich am Montagabend auch der Handelsverband zu dem Thema geäußert. Dieser fordert, dass die Händler für die kostenlose Ausgabe der Schutzmasken finanziell entschädigt werden.

"Sollte die Ausgabe der Masken an die Konsumenten kostenfrei erfolgen, fordern wir eine vollständige Entschädigung für den Ankauf, die Bereitstellung und Ausgabe der Masken - alles andere wäre unfair", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montag laut einer Aussendung. Der Verband befinde sich mit der Regierung diesbezüglich im Gespräch und habe seine Sorgen bereits deponiert.

Wegen bestehender Lieferengpässe für Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS-Operationsmasken), die die Regierung für diese Maßnahme vorsieht, würden die Händler - vor allem kleinere und selbstständige Nahversorger - "frühestens in den kommenden Wochen mit der Ausgabe an die Kunden starten können", so der Handelsverband. Die Branche habe aber generell Verständnis für die Maßnahme und werde dem "Wunsch der Bundesregierung selbstverständlich nachkommen", so Will weiter.

Wo kommen diese Masken her?

Der Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer (WKÖ), Peter Buchmüller, kritisierte indessen im Ö1-Abendjournal des ORF-Radio, die Maßnahme sei nicht abgesprochen gewesen und viele Details seien noch offen. "Mit der Sparte Handel wurde über diese Maskenpflicht nicht gesprochen, also ich habe die Information aus den Medien," so Buchmüller. Zudem gebe es noch viele Fragen zu klären: "Wo kommen diese Masken her, werden alle Geschäfte bedient damit - auch die Kleinsten -, wie regeln wir das mit den Türstehern, die die Kundenströme leiten sollen - das sind alles offene Fragen."

"Überrumpelt" fühlte sich auch die Nah&Frisch-Gruppe, die kritisierte, nicht im Vorfeld von der Regierung informiert worden zu sein und ebenfalls auf die "große logistische Herausforderung" hinwies. "Wir sind enttäuscht, dass es die Bundesregierung hier komplett verabsäumt hat, mit uns vorab zu sprechen", verwies auch Wuchterl auf die selbstständigen Kaufleute und deren Mitarbeiter. "Wir fordern die Bundesregierung auf, auch diesen Bereich des Lebensmittelhandels in ihre Überlegungen rechtzeitig und fair einzubinden."

Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte in der Pressekonferenz am Montagvormittag noch gesagt, man sei mit den Handelsunternehmen seit Tagen in Gesprächen. "Ich bedanke mich bei den großen Supermarktketten in Österreich, mit denen wir seit einer Woche an diesem Projekt arbeiten", sagte Kurz.

Die neue Maßnahme zu den Schutzmasken im Supermarkt sieht vor, dass die Lebensmittelketten - sobald die Lieferungen eingetroffen seien, voraussichtlich ab Mittwoch - beim Eingang den Kunden solche Masken übergeben. Auch die Mitarbeiter müssen künftig Mund-Nasenschutz-Masken sowie Handschuhe tragen. Ab der Aushändigung sei das Tragen Pflicht, so der Bundeskanzler.

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