Austria

Video: Bub bei Wanderung in Südtirol von Bär verfolgt

Dieser Zwölfjährige hat Nerven aus Stahl – zumindest, wenn es sich bei jenem Video, das derzeit in sozialen Netzwerken tausendfach geklickt und geteilt wird, um keinen Fake handelt. Der gut zwei Minuten lange Clip zeigt den Buben bei einer Wanderung in der Region Trentino.

Dort hatte Alessandro am vergangenen Wochenende mit seiner Familie einen Wanderausflug unternommen – und Bekanntschaft mit einem Braunbären gemacht. Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie das Tier auf einem mit Kiefern bewachsenen Berghang plötzlich hinter dem jungen Italiener auftaucht.

Vater filmte die Szene

Der Vater des Buben filmt die außergewöhnliche Begegnung, während er seinem Sohn gut zuredet und versucht, ihn zu beruhigen – was auch gelingt. Alessandro, der den Vorfall später in Medien als als "cool" bezeichnet, bleibt ruhig und bewegt sich langsam und bedächtig von dem Bären weg, während sich dieser immer wieder auf die Hinterbeine stellt. 

Die Szene spielte sich in den Bergen um Malga Nuova auf rund 2000 Metern Seehöhe ab, wie die Lokalzeitung "La voce del Trentino" online berichtete. Und – die Hauptsache – sie hat ein gutes Ende: Der Bär folgt dem Kind einige Meter, ändert dann aber die Richtung – und verschwindet in der Wildnis. Sehen Sie selbst:

Erst kürzlich hat ein Video einer Snowboarderin, die von einem Bären verfolgt worden sein soll, in sozialen Medien die Runde gemacht – sich aber als Fake herausgestellt. Auch im aktuellen Fall wird über die Echtheit der Aufnahmen diskutiert. Experten schätzen das Szenario aber durchaus als realistisch ein. Die Alpenregion zwischen Österreich, Italien und Slowenien beheimatet eine der wenigen Braunbärpopulationen Europas. Dort auf einen Bären zu treffen, sei "nichts ganz seltenes", sagt Christian Pichler vom WWF in einem Interview mit dem ORF. 

"Auch der Bär ist überrascht worden"

Der kleine Alessandro hätte sich jedenfalls vorbildlich verhalten, lobt der Experte. "Nicht nur das Kind ist überrascht worden, auch der Bär", sagt er. Es sei wichtig, in so einem Fall Ruhe zu bewahren. Man solle keine hektischen Bewegungen durchführen, nicht schreien und könne auch versuchen, mit dem Bären zu reden. "Wenn der Bär merkt, es droht keine Gefahr für ihn, dann zieht er sich zurück". Das Interview mit Christian Pichler zum Nachsehen:

In Österreich bei einer Wanderung auf einen Braunbären zu treffen, gilt übrigens als unwahrscheinlich. Hierzulande gelten die Tiere als ausgestorben. Allerdings sei es möglich, dass Bären von Slowenien nach Kärnten oder von Süd- nach Nordtirol wandern, so Pichler. 

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