Austria

UNO: Das vergangene Jahrzehnt war das heißeste seit 1850

Die UNO präsentierte Zahlen auf der Weltklimakonferenz in Madrid. "Wir sind die erste Generation, die es physisch wahrnimmt, und wir sind die letzte, die es über hat, etwas dagegen zu tun“, sagte Bundespräsident Van der Bellen.

Die Jahre 2010 bis 2019 gehen nach Einschätzung der UNO wohl als das heißeste Jahrzehnt in die Geschichte ein. Dies teilte die UNO am Dienstag bei der Weltklimakonferenz in Madrid mit. Allein im Jahr 2019 habe die Temperatur um 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau gelegen, erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte am Montag, der ersten Tag der Konferenz in Madrid, festgestellte, dass die Thematik eine Dringlichkeit und Intensität entwickelt habe, die sich mit den Jahren gesteigert habe. Und zu Recht, denn "im wesentlichen ist die Mechanik und Konsequenz der Klimaveränderung seit mindestens 50 Jahren bekannt", sagte das Staatsoberhaupt.

Er könne dies nicht oft genug wiederholen, erläuterte er bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte er auch an einem Meeting mehrerer EU-Mitgliedsstaaten teilgenommen, auch die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war Teil davon. Inhaltlich sei es dort um den EU-Rat gegangen, der am 12. und 13. Dezember zum Ende der COP25 stattfinden und bei dem die CO2-Neutralität bis 2050 beschlossen werden soll. "Ganz locker" werde der Gipfel nicht ablaufen, prognostizierte Van der Bellen.

Manche EU-Mitglieder wären "Feuer und Flamme" für dieses Vorhaben und sich der Dramatik bewusst, andere jedoch eher auf einer "Naja"-Position, fasste Van der Bellen seine Eindrücke zusammen. "Ich weiß, dass viel über 2050 diskutiert wird, politisch halte ich es für mindestens ebenso wichtig, was bis 2030 passiert - und das muss jetzt entschieden werden", forderte der Bundespräsident ein rasches Vorgehen ein, ganz entsprechend dem Motto der COP "Tiempo de actuar" - "Zeit zu handeln"

Veränderte Wahrnehmung

Bemerkenswert sei zudem, wie sich die Wahrnehmung der Problematik rund um den Klimawandel verändert habe: "Vor fünf Jahren wäre noch gesagt worden, 'ja, es gibt einen Klimawandel', aber niemanden wäre eingefallen - außer vielleicht mit der Thematik vertrauten Wissenschaftern - von einer Klimakrise oder gar -katastrophe zu sprechen, "da ist die Situation jetzt anders."

Der "Aufstand der Jugend", der sei dabei wichtig, denn da habe sich die Situation gedreht, und die Kinder beeinflussen die Eltern und Großeltern, und ebenso das Wahrnehmen der zunehmenden Impacts der Klimakrise, von mehr Trockenheit und Hitze bis hin zu Waldbränden und Hurrikans: "Wir sind die erste Generation, die es physisch wahrnimmt, und wir sind die letzte, die es über hat, etwas dagegen zu tun", schloss Van der Bellen.

(APA/AFP)