Austria

UniCredit streicht 8000 Stellen - Gewerkschaften in Aufruhr

Die Bank Austria-Mutter setzt den Sparstift an: 21 Prozent des Personals und 25 Prozent der Filialen in Italien, Österreich und Deutschland werden gekürzt.

Die italienischen Bankengewerkschaften reagieren empört auf UniCredits Entwicklungsplan 2020-2023, der die Streichung von 8000 Jobs in Italien, Österreich und Deutschland vorsieht. Die Bank könne eine Reduzierung von 21 Prozent der Jobs nicht mehr verkraften, da seit 2007 bereits 26.650 Stellen gekürzt worden seien, protestierte der Chef des Gewerkschaftsverbands FABI, Lando Maria Sileoni.

Laut dem neuen in London vorgestellten Unternehmensplan will die Bank-Austria-Mutter 21 Prozent des Personals und 25 Prozent der Filialen in Italien, Österreich und Deutschland kürzen. Laut Gewerkschaftsangaben sollen die meisten Jobs - circa 5500 bis 6000 Arbeitsplätze - in Italien reduziert werden. Dank der Jobkürzungen will UniCredit in Westeuropa Einsparungen in der Größenordnung von einer Milliarde Euro durchsetzen, geht aus dem am Dienstag vorgestellten Plan hervor.

1381 Filialen seien bereits in den vergangenen Jahren weggefallen, laut dem neuen Entwicklungsplan wolle UniCredit aber weitere 500 schließen. "Damit beeinträchtigt man noch mehr die Beziehungen zur Kundschaft. Die Bank wird durch die Jobkürzungen geschwächt mit der Gefahr, dass sie geschluckt werden kann", kritisierte Sileoni. Die Gewerkschaften befürchten, dass die Jobkürzungen der erste Schritt vor einer europäischen Fusion sei, die UniCredit von der Heimat Italien entfernen könnte.

Mustier erwiderte, dass die Jobkürzungen "verantwortungsvoll" erfolgen werden. "Wir werden mit den Gewerkschaften verhandeln. Mit dem letzten Entwicklungsplan haben wir die Jobkürzungen auf sozial verantwortungsvolle Weise durchgeführt und wir werden weiter so handeln", sagte der französische Banker.

Die UniCredit hatte 2016 wegen Verlusten in Milliardenhöhe mit einem umfassenden Umbau begonnen. Der damals neu eingesetzte Konzernchef Jean-Pierre Mustier strich bereits 14.000 Stellen. 

Als Zielmarke für den Jahresüberschuss nannte der Vorstand 5,5 Milliarden Euro, nach 4,7 Milliarden in 2019. Die Erlöse sollen zudem jährlich um 0,8 Prozent steigen, während die Kosten um 0,2 Prozent per anno sinken sollen.

Die Mailänder Börse reagierte positiv auf den UniCredit-Unternehmensplan. Die Aktie stieg in Mailand am Dienstagvormittag um 1,5 Prozent.

(APA)