Austria

Undercover-Video aus fünf Pelzfarmen veröffentlicht

Die blutige Spur von Pelz! Tierschützer schleusten sich in fünf Pelzfarmen ein und veröffentlichen nun die schockierenden Aufnahmen.

Passend zur kalten Jahreszeit veröffentlicht die Tierschutzorganisation Peta Asia einen Enthüllungsbericht über den russischen Pelzhandel. Kaninchen, Füchse, Nerze, Chinchillas – sie alle müssen wegen ihrem flauschigen Fell leiden. Sehen will solche Bilder freilich keiner – der Pelzbommel auf der Mütze oder der Pelzkragen auf dem Wintermantel könnte jedoch aus genau so einer Pelzfarm stammen.

„Konsumenten sollten bedenken, dass hinter jedem Mantel, Kragen und Besatz aus Pelz ein schreiendes Tier, ein dreckiger Metallkäfig und ein Schlachthausboden voller Blut stehen"

, so Melanie Hellige, Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei Peta Deutschland.

Auf den Aufnahmen zu sehen sind Tiere in dreckigen Drahtkäfigen, einige ohne jeglichen Schutz vor Witterungen, andere standen in dunklen Räumen. Beim Töten der Tiere sind die Mitarbeiter nicht pingelig.

Ein Arbeiter schlägt mit einem Metallrohr auf ein Kaninchen ein. Ein anderer hackt den, teilweise noch lebenden Fellknäuel, den Kopf ab. Die Aufnahmen zeigen auch, wie Chinchillas mit Elektroschocks getötet werden und wie Arbeiter ihnen das Genick brechen. Man sieht Nerze und Zobel, die ohne Unterbrechung in ihren Käfigen hin und her laufen – "ein Anzeichen von psychischem Leid", wie Peta informiert.

"Laut einem Mitarbeiter eines Betriebes verkauft die Farm an Kopenhagen Fur – eigenen Angaben zufolge das größte Pelzauktionshaus weltweit. Ein weiterer untersuchter Betrieb lieferte Felle an das Auktionshaus Saga Furs.", informiert Peta.

Seit Jahren weisen Peta und andere Tierschutzorganisation auf das enorme Tierleid in der Pelzindustrie hin und fordern das Verbot von Pelzfarmen bzw ein Import- und Verkaufsverbot von Pelz. Fehlende Tierschutzstandards in Pelzfarmen machen es möglich, dass Tiere für Pelz gequält werden. In Österreich sind Pelzfarmen bereist seit 2005 verboten. Erwerben kann man ihn trotzdem.

Eine schwammige Kennzeichungspflicht führe zudem dazu, dass Konsumenten gar nicht wissen, ob sie Echt- oder Kunstfell in der Hand haben und noch weniger unter welchen Bedingungen die Tier gehalten wurden.

„Für Konsumenten bedeutet dies schlimmstenfalls: Sie kaufen Echtpelz, ohne es zu wissen, weil die Kleidung nicht korrekt oder gar nicht gekennzeichnet ist. Die EU-Verordnung schützt den Verbraucher nicht ausreichend...", so Thomas Pietsch, Vier Pfoten Pelzexperte.