Austria

TV-Duell zur Wien-Wahl: Ein ergrünter Strache und Blümels Sehnsucht nach Matthias Strolz

Hebein gegen Strache, Blümel gegen Wiederkehr, Ludwig gegen Nepp - In der zweiten Duell-Runde wurde wieder viel gestritten - aber auch  ungewöhnliche Allianzen offenbart.

Zweite Runde der direkten Duelle der Spitzenkandidaten auf ORF III: Die Konstellationen waren wieder unterschiedlich - und brachten Überraschungen. Völlig konträre Gesprächspartner fanden Gemeinsamkeiten, vermeintlich ähnlich Denkende keine gemeinsame Basis.

Hebein gegen Strache

Das Duell zwischen der Grünen-Chefin und dem Ex-FPÖ-Chef begann amikal. Man brauche sich nicht künstlich aufregen, schließlich sei es offensichtlich, dass die beiden Parteien Welten, ja Planeten trennen würde, meinte Hebein. Auch Strache freute sich auf eine „charmante Diskussion der politischen Gegensätze“. Wenig freundliche Worte fand er dann aber für die „Schnapsidee“ der Grünen, dass Verkehrspolizisten keine Schusswaffen mehr tragen sollten. Strache – ganz in seinem Element - zeichnete das Bild einer Stadt voller Schwerstkrimineller, Messerattacken und Drogenkriminalität. Davon wollte Hebein nichts wissen. Ihr Gegenüber solle nicht immer „mimimi und momomo“ machen und gleichzeitig aktuelle Krisen wie Klima und Corona vergessen.

Beim Klima-Thema angelangt überraschte Strache, sprach er doch plötzlich von Staus, Emissionen und davon, die „Menschen zum öffentlichen Verkehr“ zu führen, sodass auch Moderatorin Ingrid Thurnher fragte: „Sind Sie ein Grüner geworden?“ Hebein stellte diesen „klassen“ Sinneswandel infrage, und wurde, angesprochen auf den Gürtelpool, erneut angriffig. Strache mokiere sich zwar über die Kosten für den Pool, gleichzeitig habe er mit dem Spesenskandal „die gesamte Arbeiterschaft verraten“, und sich so seinen eigenen privaten Pool geleistet. Beim Thema Mindestsicherung blieben die Kandidaten dann wieder in gewohnten Bahnen: Hebein versuchte ihre soziale Ader zu betonen, Strache pochte darauf, nicht noch mehr Zuwanderer anzuziehen.

Blümel gegen Wiederkehr

Obwohl man glauben könnte, dass Gernot Blümel und Christoph Wiederkehr als Kandidaten der bürgerlichen, wirtschaftsliberalen Parteien einiges gemeinsam haben, so war vor allem Wiederkehr darum bemüht, Gegensätze zu betonen. Er griff Blümel vor allem in seiner Rolle als Finanzminister an, sprach vom sinkenden Wirtschaftswachstum, Blümels „Versagen“ beim Fixkostenzuschuss, den er nicht einmal richtig einreichen könne oder vom fehlerhaften Budget, „wo Nullen vergessen worden sind“. Blümel konterte staatsmännisch, er wolle, statt polemisch zu werden, lieber sachlich diskutieren. Gleichzeitig stimme er Wiederkehr zu, es „gehe um jeden Arbeitsplatz“ und nahm seinem Gegenüber somit den Wind aus den Segeln. Außerdem gehe es in Wien erst einmal darum, die Infektionszahlen herunterzubekommen, damit „wir vor Weihnachten noch ordentlich Geschäft machen können“. Ganz ohne Seitenhieb auf die SPÖ, Blümels größten Gegner, ging es also doch nicht.

Beim Thema Migration – Stichwort Moria – wurden die unterschiedlichen Positionen der beiden Kontrahenten dann noch deutlicher sichtbar. Die Politik der ÖVP sei für Wiederkehr „beschämend“, weshalb er eine Zusammenarbeit mit ihm Blümel auch wenn sich eine sogenannte Dirndl-Koalition ausginge, ausschließe.  Blümel quittierte die Politik von Wiederkehr als „nicht mehr konstruktiv“, und wünschte sich einen Matthias Strolz zurück.

Ludwig gegen Nepp

Die Chancen für rot-blau in der Wiener Regierung standen schon einmal besser. Der junge FPÖ-Chef versuchte es trotzdem: Angesprochen auf den von Ludwig eingeführten Wienbonus, bei dem Wiener etwa bei der Gemeindebauvergabe bevorzugt werden, machte Nepp dem SPÖ-Chef ein „Angebot“. Man solle stattdessen „gemeinsam durchsetzen“, dass bei der Vergabe Staatsbürger zum Zug kommen. Als Ludwig den Koalitionsvorschlag gekonnt ignorierte, ging Nepp stattdessen zum Angriff über. Als Wohnbaustadtrat habe er mit der Öffnung der Gemeindebauten für Zuwanderer „die Wiener im Stich gelassen, verraten und verkauft“. Ludwig bemängelte zwar die beschränkten Möglichkeiten Wiens, was Migration angeht – „wir haben keine Stadtmauer“ –, seien die Menschen einmal hier, müsse man aber auch sorgsam mit ihnen umgehen.

Stichwort Abschottung: Gegen erneute Grenzschließungen aufgrund des Coronavirus sind sowohl Ludwig als auch Nepp. Wobei Letzterer sogar bei den Moderatoren für Irritierung sorgte, als er den „direkten Zusammenhang“ der Corona-Grenzschließungen mit gesunkener Kriminalität ansprach. Der Bürgermeister verteidigte seine Strategie, er konzentriere sich auf die Gästeregistrierung und den Kampf gegen illegale Parties in manchen Lokalen, anstatt allen Gaststätten mit einer Sperrstunde zu schaden. Diese wäre auch für Nepp „der Todesstoß“, aber auch Gästelisten und Contact Tracing würden an „Stasi-Methoden“ erinnern. Wie auch schon seit Ex-Parteikollege Strache will Nepp die Öffis attraktiver machen. Ludwig will lieber „an den großen Schrauben drehen“, wie etwa eine neue Abwasseranlage. Denn: „Nicht jeder Radweg kann den Klimawandel aufhalten.“ Sein Gegenüber Nepp sprach er damit wohl nicht an.

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