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Trotz Fotos: Donald Trump behauptet, Prinz Andrew nicht zu kennen

Prinz Andrew mit Melania und Donald Trump in dessen Mar-a-Lago Resort in Florida, Februar 2000.

© Davidoff Studios/Getty Images

Auch dem US-Präsidenten wird nachgesagt, Kontakt zu Jeffrey Epstein gehabt zu haben. Prinz Andrew gerät zusehends unter Druck.

Im Skandal um Prinz Andrews Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der sich im August in Untersuchungshaft mutmaßlich das Leben nahm, scheint bewusste Distanz das Mittel der Wahl zu sein.

Zumindest versuchte der Prinz eine solche zu konstruieren, als er im vieldiskutierten BBC-Interview zu der Affäre angab, sich an das mutmaßliche Missbrauchsopfer Virginia Giuffre nicht zu erinnern. Sie behauptet, im Auftrag von Epstein dreimal dazu gezwungen worden zu sein, mit dem Prinzen zu schlafen. Ein Foto, das ihn und die damals 17-Jährige mit Epsteins Partnerin Ghislaine Maxwell zeigt, wies er (in der Öffentlichkeit als wenig glaubwürdig rezipiert) als mögliche Fälschung aus. Einer ähnlichen Taktik scheint sich nun auch US-Präsident Donald Trump zu bedienen, der sich gerade aufgrund des NATO-Gipfels in London befindet und von CNN auf seine Verbindungen zu Epstein und dem Prinzen angesprochen wurde.

Aufnahme aus dem Jahr 2000

Trump behauptete auf Nachfrage eines Reporters: "Ich kenne Prinz Andrew nicht, aber es ist eine ziemlich schwierige Geschichte." Allerdings gibt es ein Foto von ihm, Andrew und Melania Trump, das am 18. Februar 2000 auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida entstand.

Treffen im Juni

Zudem trafen die Trumps Prinz Andrew erst heuer im Juni wieder, als sie während eines dreitägigen Staatsbesuchs in Großbritannien an einer Gedenkveranstaltung in der Westminster Abbey teilnahmen. Damals postete Andrew sogar weitere Aufnahmen von sich und Trump auf seinem offiziellen Twitter-Account.

Giuffre war im Mar-a-Lago

Zudem sagte Giuffre in ihrem gestern (Montag) ausgestrahlten BBC-Interview, auf ebendiesem Anwesen, wo sie an der Garderobe gearbeitet habe, zuerst von Ghislaine Maxwell angesprochen worden zu sein, die sie dann zunächst als "Massagetherapeutin" an Epstein vermittelt habe. So habe der Sexhandel mit ihr begonnen.