Ein Atomwissenschafter, so begabt er auch sein mag, macht alleine noch kein Atomprogramm. Einmal erworbenes – und meist akribisch dokumentiertes – technisches Wissen lässt sich nicht durch die Tötung einer oder mehrerer Personen aus der Welt schaffen. Das soll nicht heißen, dass es kein schwerer Schlag für den Iran ist, dass er nach General Ghassem Soleimani, der die regionale Hegemonialpolitik Irans personifizierte und zu Jahresbeginn von den USA getötet wurde, nun auch seinen "Vater des Atomprogramms" verliert. Aber der Symbolgehalt dürfte trotz der überragenden Rolle des am Freitag ermordeten Mohsen Fakhrizadeh die praktischen Auswirkungen übertreffen.