Austria

Streiks in Frankreich: Auch Wien-Flüge betroffen

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In Frankreich kommt es aufgrund landesweiter Streiks zu massiven Verkehrsbehinderungen. Auch Flüge der AUA betroffen.

Frankreich bereitet sich auf einen der größten Streiks im öffentlichen Dienst vor. "Ich habe noch nie gesehen, dass so viele Leute staubige alte Fahrräder aus ihren Kellern holen", sagte Julien, ein Mechaniker einer Fahrradwerkstatt in einem wohlhabenden Viertel der Hauptstadt.

Die Gewerkschaften stellen sich auf einen landesweiten Streik über die Pensionsreform ein. Sie hoffen, dass der Arbeitskampf den Verkehr zum Stillstand bringt, Schulen geschlossen werden müssen und die Müllabfuhr nichts gegen die unvermeidlichen Abfallberge unternimmt, um Präsident Emmanuel Macron zur Rücknahme seiner Pensionsreform zu zwingen. "Wir müssen die Wirtschaft lahmlegen", sagte Christian Grolier, ein hochrangiger Vertreter der Gewerkschaft Force Ouvriere, der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei der staatlichen Bahngesellschaft SNCF und der Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP kommt es jedenfalls zu massiven Verkehrsbehinderungen

Die staatliche französische Bahngesellschaft SNCF strich 90 Prozent der TGV-Schnellzüge und 80 Prozent der Regionalzüge. In Paris lag der Verkehr auf elf der 16 Metrolinien lahm. Wegen des eingeschränkten öffentlichen Verkehrs stiegen fiele Pendler im Frühverkehr auf Autos um. Vor allem in der Hauptstadtregion Paris stauten sich in der Früh die Autos, berichteten französische Medien.

Neben dem Bahnverkehr waren auch Flugverbindungen betroffen. 

So wurden unter anderem zwei AUA-Flüge zwischen Wien und Paris am Donnerstagvormittag abgesagt, konkret der Flug OS411 (Start um 07.05 Uhr in Wien) und der Flug OS412 (Ankunft um 12.05 Uhr in Wien). Wie es vom Flughafen Wien auf APA-Anfrage hieß, wurden keine weiteren Flugausfälle erwartet.

Wie auf der Internetseite des Flughafens ersichtlich war, sollte der um 10.50 Uhr geplante AUA-Flug nach Paris stattfinden, ebenso wie weitere Flüge der Lufthansa-Tochter sowie von Level und Air France. Der AUA-Frühflug aus Paris hatte mit zwei Stunden deutliche Verspätung. Er sollte erst um 10.45 Uhr in Wien ankommen statt wie geplant um 09.05 Uhr.

245 Demonstrationen angemeldet

Mehr als die Hälfte aller Lehrer an Volks- und weiterführenden Schulen wird nicht zur Arbeit gehen und die Notaufnahmen von Krankenhäusern landesweit mit dünner Personaldecke auskommen müssen.

In ganz Frankreich sind nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner 245 Demonstrationen angemeldet. In Paris soll es einen großen Demonstrationszug geben. Aus Sicherheitsbedenken hat die Polizei Ladenbesitzer an der Demoroute aufgefordert, ihre Geschäfte und Restaurants nicht zu öffnen. "Wir wissen, dass der radikale schwarze Block und "Gelbwesten" beschlossen haben, an den Demonstrationen in Paris teilzunehmen", sagte Castaner. Die Behörden rechnen mit Krawallen.

Macron will Frankreichs veraltetes Pensionssystem vereinfachen, das mehr als 40 verschiedene Pensionsformen umfasst. Viele davon haben uneinheitliche Pensionsantrittsalter und unterschiedliche Auszahlungsmodalitäten. Er sagt, das System sei unfair und zu teuer. Macron fordert ein einheitliches, punktebasiertes System, wonach jeder Pensionist für jeden eingezahlten Euro die gleichen Rechte habe.

Die bisherigen Versuche einer Pensionsform sind nicht gut ausgegangen: Die konservative Regierung des ehemaligen Präsidenten Jacques Chirac hat sich 1995 nach wochenlangen, lähmenden Protesten den Forderungen der Gewerkschaften gebeugt.

Laurent Berger, Chef der reformorientierten CFDT-Gewerkschaft, sagte, das soziale Umfeld sei explosiver als 1995. "In Bezug auf Spannungen, sozialen Zusammenhalt und Brüche in der Gesellschaft ist es jetzt viel schlimmer", sagte Berger der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Verkehrsgewerkschaften haben für den am 5. Dezember beginnenden Streik kein Enddatum festgelegt.