Austria

Strache-Kandidatin Kohl will AUA-Entlassung anfechten

Kohl skandierte bei einer Demo unter anderem "Rothschild muss weg“. Mit Antisemitismus habe sie aber nichts am Hut, betont die Ex-Flugbegleiterin.

Team-Strache-Kandidatin Christina Kohl will ihre Entlassung durch die Austrian Airlines arbeitsrechtlich anfechten. Die 24-jährige Ex-Flugbegleiterin hatte auf einer Demo unter anderen "Soros muss weg" und "Rothschild muss weg" skandiert und wurde daraufhin von der AUA wegen "antisemitischer Äußerungen" entlassen. Kohl verteidigte am Freitag ihre Aussagen und ortete "Gesinnungsterror".

Die von ihr geübte Kritik an den "überzogenen Corona-Maßnahmen" sowie an "linksextremen Gruppen wie der Antifa, aber auch an Soros, Rothschild, Rockefeller und an wen auch immer muss erlaubt sein", sagte Kohl in einer Pressekonferenz. Sie deswegen als Corona-Leugnerin und Antisemitin zu diffamieren, sei "Gesinnungsterror in seiner reinsten Form" und "demokratiepolitisch höchst bedenklich". Sie habe sich "zu 100 Prozent innerhalb des Verfassungsbogens" bewegt. "Ich habe mit der vollkommen wirren Haltung von Antisemitismus, aber auch jedes anderen Radikalismus oder Ausgrenzung nichts am Hut", versicherte sie.

Dass sie von der AUA fristlos gefeuert wurde zeige, "wie es um die Meinungsfreiheit in unserem Land bestellt ist". "Ich werde weiterhin meine Meinung kundtun und diese ungerechtfertigte Entlassung anfechten", kündigte Kohl an, die auf dem so gut wie aussichtslosen 17. Platz der Landesliste gesetzt ist und sich als "meinungsgefestigte Frau" bezeichnete. Fragen durften ihr Journalisten allerdings nicht stellen. Die Strache-Kandidatin verließ nach ihrem abgelesenen Statement sofort den Raum.

Team-Strache-Generalsekretär Christian Höbart verteidigte Kohl. Er könne in ihren Äußerungen "nichts Abwegiges" feststellen: "Wir weisen es zurück, hier auch nur im Ansatz von Antisemitismus zu sprechen." Kohl werde betreffend AUA-Entlassung von der Partei Beistand erhalten, eine Arbeitsrechtlerin sei bereits eingeschaltet.

Auch andere Kandidaten sorgten für Aufregung

Für Aufsehen hatten zuletzt auch zwei weitere Strache-Mitstreiter gesorgt. Dabei geht es einerseits um den auf Platz 11 gereihten Polizeiamtsarzt Serge Paukovics, der unter anderem ein Vorwort für das Buch "Grippewelle durch Chemtrails" und über die "Impfmafia" geschrieben hat. "Nur weil er sich getraut hat, gewisse Dinge zu hinterfragen als Mediziner, die definitiv nicht in Stein gemeißelt sind, wird er als Impfgegner und Corona-Leugner bezeichnet", meinte Höbart heute dazu. Dass die Ärztekammer sich nun anschauen will, ob der Arzt Patienten nachweislich geschadet hat, darüber könne er nur lachen, so der Generalsekretär. Dort säßen schließlich auch politische Funktionäre: "Vor der Ärztekammer werden wir sicher nicht in die Knie gehen."

Andererseits war zuletzt Petar Knesevic, Strache-Kandidat für die Bezirksvertretungswahl, aufgefallen. In sozialen Netzwerken wurde ein Video - in dem auch Kohl zu sehen ist - verbreitet, dass ihn an einer Tankstelle zeigt, wobei er gegen die Maskenpflicht wütet und dabei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wüst beschimpft. Die Wortwahl sei nicht zu rechtfertigen, so Höbart, der von einer "emotionalen Situation bei einer Geburtstagsfeier zu später Stunde, nicht ganz ohne Alkohol" sprach. Knesevic habe sich bereits öffentlich bei Kurz entschuldigt, verwies er auf ein Videostatement, dass das Team Strache am Donnerstagabend auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte: "Das sollte aus unserer Sicht reichen."

Höbart zeigte sich "stolz auf die Meinungspluralität" innerhalb der Strache-Truppe. Bei all den Vorwürfen gegenüber einzelnen Kandidaten gehe es darum, "Heinz-Christian Strache nicht mehr auf die Beine kommen zu lassen und ihn zu vernichten". "Wir stellen fest, dass alles und jeder, der nicht links ist, fast schon zum politischen Abschuss freigegeben wird", meint Straches Generalsekretär.

(APA)

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