Austria

Secop in Fürstenfeld: 300 Mitarbeiter drohen mit Streik

Streik-Drohungen in der Oststeiermark: Die Belegschaft des Fürstenfelder Kompressoren-Produzenten Secop stellt ihrem Eigentümer ein Ultimatum.

Im Oktober wurde bekannt, dass die Kompressoren-Produktion bei Secop in Fürstenfeld (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) bis Mitte 2020 eingestellt wird – rund 300 Mitarbeiter sollten ihren Job verlieren. Nach einem undurchsichtigen Hickhack zwischen Secop, dem ehemaligen Betreiber Nidec und der EU, reicht es der Belegschaft jetzt. Sie droht mit Streik.

Ehemaliger Besitzer will wieder übernehmen

Die Herstellung der Kühlschrank-Komponenten sollte eigentlich ab März kommenden Jahres in die Slowakei und nach China abwandern. Im November schien es dann, als würde der ehemalige Besitzer des Werks, Nidec, doch wieder Interesse an dem Standort zeigen. Unklar ist nur, ob er das darf. Die EU hatte dem japanischen Konzern Investitionen in der Oststeiermark verboten.

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Ultimatum bis 8. Dezember

"Die Verunsicherung bei der Belegschaft ist groß. Trotz des Interesses der Nidec, von Secop [...] zu übernehmen und somit den Standort Fürstenfeld und somit die Arbeitsplätze zu sichern, macht Secop-Eigentümer Orlando keine ernsthaften Versuche, die Gespräche mit Nidec voranzutreiben", kritisiert der steirische Landessekretär der Gewerkschaft PRO-GE, Hubert Holzapfel in einer Aussendung.

Sein Ultimatum: Sollte Secop nicht bis spätestens 8. Dezember in Verhandlungen treten, werden am 9. Dezember Warnstreiks abgehalten.

"Sozial unverantwortlich"

Holzapfel erklärt, dass bei einem Rückkauf durch Nidec auch die Rückendeckung der EU-Wettbewerbsbehörde zu erwarten sei. Secop-Eigentümer Orlando scheint aber nach wie vor die Verlagerung des Produktionsstandortes ins Ausland zu bevorzugen. "Dabei war der Verkauf an Secop an die Bedingung geknüpft, Standort und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Verlagerung wäre sozial unverantwortlich und ein Schlag für die gesamte Region", so der Gewerkschafter, der betont, dass die Belegschaft auch gewillt sei, ab 13. Dezember ganze Streiktage einzulegen, sollte sich herausstellen, dass Orlando nur Scheinverhandlungen mit Nidec geführt habe.

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