Austria

Schweden, nein danke: Zypern und Dänemark verbieten Einreise

Spaziergänger an einem zypriotischen Strand

© APA/AFP/CHRISTINA ASSI

Wegen des Corona-Sonderweges ihres Landes sind Schweden in manchen Ländern nicht erwünscht. Die Regierung ortet Diskriminierung.

von Irene Thierjung

Im Sommer an einem zypriotischen Strand liegen? Für schwedische Staatsbürger dürfte das heuer ein Wunschtraum bleiben. Zypern öffnet zwar seine Grenzen ab 20. Juni für Touristen aus zahlreichen Ländern, nicht allerdings für Schweden. Und auch in anderen europäischen Ländern sind die Skandinavier nicht gerne gesehen.

Viele Tote

Grund ist der Sonderweg, den die Regierung in Stockholm im Kampf gegen das Coronavirus eingeschlagen hat: Einschränkungen ja, die große Mehrheit davon allerdings freiwillig, dafür stärkerer Schutz von besonders gefährdeten Gruppen. Während manche Experten dieses Modell lobten, weil es die Wirtschaft schone, sprechen die Todeszahlen eine andere Sprache: Mehr als 4.200 Tote zählt Schweden mit seinen 10,2 Millionen Einwohnern derzeit ( Österreich zählte bis Samstag knapp 640 Tote bei 8,8 Mio. Einwohnern).

Zypern hat die Länder, aus denen es ab Ende Juni eine Einreise erlaubt, in zwei Gruppen eingeteilt. Reisende aus der ersten Gruppe benötigen weder Quarantäne noch einen negativen Corona-Test. Zu diesen zählen u. a. Menschen aus Deutschland, Österreich, Norwegen oder Ungarn. Reisende aus der zweiten Liste benötigen einen negativen Test, darunter Menschen aus Tschechien, Polen oder Estland.

Schweden befindet sich auf keiner der Listen - Außenministerin Ann Linde zieht laut Neuer Zürcher Zeitung daher alle Register, um das zu ändern. Dass Zyperns Tourismusminister Savvas Perdios versicherte, "irgendwann" werde gewiss auch Schweden auf einer der zwei Listen stehen, ist ihr zu wenig.

Denn nicht nur Zypern, sondern auch Dänemark oder Norwegen sagen derzeit "Nein" zu Schweden. Dänemark öffnet demnächst seine Grenzen für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen, die benachbarten Schweden müssen weiter draußen bleiben.

Besonders bitter ist in diesem Zusammenhang, dass ein Großteil des Autoreiseverkehrs von und nach Schweden über Dänemark führt. Außenministerin Linde bezeichnet es als politischen Schritt, sollten die Nachbarn ihre Grenzen zu Schweden nicht parallel zum Reiseverkehr mit anderen Ländern öffnen. Aus gesundheitspolitischer Sicht gebe es keinen Grund für eine Verzögerung.

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