Austria

Schutzmasken in Supermärkten: Viele Fragen noch offen

Mit Mund- und Nasenschutz zum Einkaufen: Das ist in Zeiten von Corona nun in Österreich verpflichtend. Rund um die Masken gibt es aber noch immer viele ungeklärte Fragen.

Die von der Regierung angekündigte Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wirft weiterhin viele Unklarheiten auf - insbesondere bezüglich der Organisation der Maskenverteilung in den Geschäften. Eine einheitliche Handhabung ist bisher nicht in Sicht - in den meisten Lebensmittelketten dürfte die Verteilung der Masken wohl auf die Mitarbeiter entfallen.

Beim Diskonter Hofer seien die Masken künftig an den Kassen erhältlich, hieß es. Zudem sei der mehrmalige Gebrauch der Masken durchaus erwünscht. "Wir ersuchen unsere Kunden die MNS-Masken (Mund-Nasen-Schutzmasken, Anm. d. Red.) so oft wie möglich zu verwenden, damit wir eine längerfristige Verfügbarkeit sicherstellen können", hieß es vom Unternehmen. Kunden könnten auch ihre eigenen Masken mitnehmen.

Mehrmalige Verwendung erbeten - Experten skeptisch

Ähnlich sieht man das bei der Billa- und Bipa-Mutter Rewe. "Wir werden niemanden wegweisen, so lange Mund und Nase in der Filiale bedeckt sind," so ein Sprecher. "Unsere Kunden können auch von zuhause mitgenommene bzw. selbst produzierte Masken für ihren Einkauf verwenden - die Verwendung von selbst hergestelltem Schutz aus Stoff, etwa aus Tüchern und Schals, ist ebenfalls zulässig." Auch die mehrmalige Verwendung sei erlaubt und erbeten. Dies merkt auch Lidl an, "ansonsten wird es innerhalb kürzester Zeit zu weiteren Engpässen kommen".

Der Wiederverwertbarkeit von MNS-Masken skeptisch gegenüber stehen jedoch Experten. So betonte der Vizerektor der Meduni Wien, Oswald Wagner, im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio, dies zu unterlassen. "Die Maske aus dem Supermarkt bitte nicht wiederverwenden", meinte Wagner darauf angesprochen. Selbst gebastelte Masken zum Beispiel aus Stoff könnten indes nach einem Waschgang mit 60 Grad wieder benutzt werden, hielt er fest.

Unklarheit über Lieferungen

Wie genau die Masken verteilt werden sollen, ließ Rewe offen. Ein erstes Kontingent an MNS-Masken stehe laut dem Sprecher zur Verfügung, das ab Mittwoch als "Erstausstattung" in den Filialen verteilt werde. Dabei soll nur maximal ein Stück pro Kunde vergeben werden und nur "solange der Vorrat reicht". Man bemühe sich um Nachschub, allerdings seien Schutzmasken derzeit ein knappes Gut und Lieferungen unterlägen Hindernissen wie Grenzsperren, Ausfuhrverboten und Lieferverzögerungen.

Bei Hofer hofft man darauf, dass die Masken-Lieferungen in den kommenden Tagen eintreffen werden. "Bis zu dem Zeitpunkt einer lückenlosen Verfügbarkeit wird es Kunden auch ermöglicht, ohne MNS-Maske in unseren Filialen einkaufen zu gehen", so das Unternehmen. Der Diskonter unterstütze überdies die Vorgehensweise der Regierung, die mit Hofer akkordiert gewesen sei.

Mitarbeiter als Verteilpersonal?

Nicht so einfach dürfte es für Nah & Frisch sein - der Lebensmittelhändler hatte bereits am Montagabend bekanntgegeben, nicht von den Maßnahmen der Regierung informiert worden zu sein. Es sei sehr schwer, Masken zu bekommen sagte Geschäftsführer Hannes Wuchterl am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal". Wuchterl rechne mit Kosten von knapp unter einem Euro pro Maske. Insgesamt werde die Maßnahme Hunderttausende Euro pro Woche kosten, da voraussichtlich auch Hunderttausende Masken pro Woche benötigt würden.

Laut einer Aussendung des Handelsverbands vom Montag dürften die Händler jeden Tag vier Millionen Masken benötigen. Wer die Kosten am Ende übernehmen soll, sei noch nicht klar - für die Kunden sollen sie jedenfalls gratis sein. Die Verteilung der Masken werde wohl auf die Mitarbeiter entfallen, für Kontrollen beim Eingang gebe es nicht genügend Personal, so Wuchterl.

Auch bei Spar werden die Mitarbeiter mit der Verteilung betraut werden. "Die Masken werden ganz sicher nicht einfach aufliegen," so die Spar-Sprecherin. Damit sollen "Masken-Hamsterer" verhindert und gewährleistet werden, dass jeder Kunde auch nur eine Maske bekommt. Spar habe bis zu 20 Millionen Masken bestellt, berichtete das Ö1-"Mittagsjournal". Zu den Kosten wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Man habe via Handelsverband aber die "Ansage" an die Regierung gerichtet, "dass wir das vergütet bekommen".

(APA)

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