Austria

Schauspieler Karl Fischer: „Meine Generation wurde streng erzogen“

Schauspieler Karl Fischer über „Tatort“, Smartphones und Strenge gegen sich selbst

von Georg Leyrer

Mit der „Lindenstraße“ endete am Sonntag eine große TV-Institution des deutschsprachigen Raumes. Eine andere aber bleibt: Der „Tatort“ ist selbst nach heuer 50 (!) Jahren eines der verlässlichsten Lagerfeuer im Fernsehen. Auch für Schauspieler Karl Fischer: Er ist „manchmal Gott sei Dank, manchmal leider ein ‚Tatort‘-Süchtiger. Ich muss mir jeden ‚Tatort‘ anschauen“, sagt Fischer im KURIER-Gespräch.

Nun war Fischer erstmals selbst dabei: In der Folge „Baum fällt“ spielte Fischer an der Seite von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser – und heimste dafür gleich eine ROMY-Nominierung ein.

Aber wie lange sich die TV-Kultserie „Tatort“ in der sich wandelnden Medienlandschaft behaupten wird können, das „kann ich nicht sagen“, sagt Fischer. „Ich denke, dass sich die Sender mit ihrem Angebot ändern müssen. Wie Filme inszeniert werden, da geben Anbieter wie Sky und Netflix etwas vor. Dort müsste man sich auch hinbewegen, wenn man die jungen Menschen zurückgewinnen will. Das wird aber vielleicht zum Teil an den finanziellen Möglichkeiten scheitern.“

Dass er selbst auch in einer Streaming-Serie eine Rolle übernimmt, ist „nicht ausgeschlossen, aber noch ein ungelegtes Ei“, sagt Fischer. Seinen „Tatort“-Auftritt hat er jedenfalls als Stream konsumiert – vor der eigentlichen Ausstrahlung nämlich. „Wenn ich eine größere Rolle spiele, möchte ich mir das vorher alleine anschauen. Dann sehe ich alle Fehler!“

Streng erzogen

Ob er so streng mit sich ist? „Meine Generation wurde streng erzogen – und ist weiter streng mit sich. Das ist manchmal auch nicht so gut.“

Der Kinofilm „Murer“ mit Fischer hat einen österreichischen Justizskandal neu thematisiert. Die Reaktionen waren „eigentlich nur positiv, bis auf eine. Aber durch den betreffenden Ort in der Steiermark geht bis heute ein Riss.“

Ein Riss, den man zumindest in normalen Zeiten in vielen anderen Bereichen auch orten konnte. Fischer verweist auf das Smartphone: Die Menschen „sind in ihren Echokammern gefangen“. Als er einmal einen Tag lang kein Handy hatte, „hatte ich schon ein bisschen Entzugserscheinungen. Aber ich habe wieder Bücher gelesen.“

Football news:

Torino Baselli hat sich ein Kreuzbandriss zugezogen. Er könnte den Rest der Saison verpassen
José Mourinho: Es ist Zeit, einfach zu spielen und den Leuten zu geben, was Sie wollen. Das erste Spiel steht kurz bevor
Markus Thuram Stand nach dem Tor auf einem Knie und reagierte auf den Mord an George Floyd durch einen Polizisten
Giorgio Chiellini: Filme werden mit Balotelli verglichen, aber Sie sind anders. Moise hat immer Respekt vor der Mannschaft
Barcelona: Rassismus ist eine Pandemie, die uns alle betrifft. Wir hören nicht auf zu kämpfen
Die Gladbacher Borussia erzielte die 3000. und 3001.Tore in der Bundesliga. Das ist das 4.Ergebnis in der Liga-Geschichte
Saul: Neuer Verein. Ich verkünde es in drei Tagen