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Scharfe Kritik an Grammy-Nominierungen

The Weeknd ging bei den Grammy-Nominierungen leer aus. Er beklagt fehlende Transparenz. Nicki Minaj ist nach acht Jahren noch immer wütend.

Popstars üben Kritik an den Nominierungen für die Grammys 2021. So beschwerte sich Justin Bieber über die stilistische Einordnung seiner Musik. Wütender fiel die Kritik des R&B/Hip-Hop-Künstlers The Weeknd aus. Er ist derzeit einer von erfolgreichsten Musiker Amerikas, ging bei den Nominierungen aber gänzlich leer aus. "Die Grammys bleiben korrupt. Ihr schuldet mir, meinen Fans und der Industrie Transparenz ...", schrieb der Kanadier auf Twitter. Zuletzt hatte sein Album "After Hours" in den US-Charts abgeräumt - auf die begehrte Grammy-Kandidatenliste half ihm das nicht.

Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass The Weeknd beim American-Football-Großereignis Super Bowl 2021 in der Halbzeitshow auftreten soll. Dies könne ihn nun eine Nominierung gekostet haben, schrieb das Promi-Portal "TMZ". Demnach hätten die Grammys The Weeknd exklusiv für ihre eigene Show buchen wollen. Harvey Mason Jr. von der zuständigen Recording Academy wies diese Auslegung zurück und tröstete den Musiker, dessen "Enttäuschung" er verstehe: "Unglücklicherweise gibt es jedes Jahr weniger Nominierungen als Künstler, die es verdient hätten."

Kritische Worte fand auch US-Rapperin Nicki Minaj. Sie war zwar dieses Jahr gar nicht im Feld der Nominierten - dafür aber 2012 in der Grammy-Kategorie "Bester neuer Künstler" nicht als Siegerin zum Zuge gekommen, was sie noch heute ärgert. Nach Meinung der in den USA hoch erfolgreichen Musikerin lag der Misserfolg damals womöglich an ihrer Hautfarbe: "Sie gaben (den Award) dem weißen Mann Bon Iver."

Damit spielt Minaj auf eine Diskussion an, die 2018 nach einem Diversitätsskandal so richtig Fahrt aufnahm: Haben die Juroren einen fairen Blick auf die Szene, werden etwa schwarze oder queere Künstler ausreichend gewürdigt? Am Mittwoch urteilte Fachkorrespondent David Oliver in der Zeitung "USA Today", zwar seien Fortschritte gemacht worden - "aber nicht genug". Harvey Mason Jr. von der Academy sagte, man sei über den Weg zu mehr Gerechtigkeit optimistisch, aber "wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt".

Auch Bob Dylan wurde nicht nominiert

Wie schwer der Job für die Grammy-Juroren ist, zeigt auch dieses Jahr wieder ein Blick auf wichtige Kategorien und Nominierte. So wird der britische Soul-Musiker Michael Kiwanuka mit "Kiwanuka" für "Bestes Rockalbum" gelistet. Die US-Sängerin Brittany Howard taucht auf bei "bestes Alternative-Music-Album" und bei "Beste R&B Performance". Manches erschließt sich nicht.

Dass bei der stilistischen Einordnung - nicht nur aus Justin Biebers Sicht - einiges durcheinandergeht, ist indes nicht neu. Auch nicht, dass wichtige Künstler mit hochgelobten Alben gar nicht zu den Grammy-Nominierten gehören, diesmal beispielsweise Bob Dylan mit dem Album "Rough And Rowdy Ways".

Nominierungen

Die aktuellen Nominierungen umfassen den Zeitraum vom 1. September 2019 bis zum 31. August 2020. Die begehrtesten Musikpreise der Welt werden in rund 80 Kategorien vergeben, etwa 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger.

Mit den größten Siegchancen geht US-Sängerin Beyonce in die Grammy-Gala am 31. Jänner: Sie sammelte neun Nominierungen in acht Kategorien ein - mit Werken, die sich konkret an die schwarze Community richten, unter anderem wurde ihr Song "Black Parade" nominiert. 

Ebenfalls mehrere Nominierungen erhielten Vorjahres-Seriensiegerin Billie Eilish, Folkpop-Superstar Taylor Swift, Dua Lipa, Roddy Ricch, Megan Thee Stallion und DaBaby.

(APA/dpa)

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