Austria

Salzburger Überfallserie gibt Polizei Rätsel auf

Vier Verdächtige wurden gefasst, ein Russe (22) und ein Salzburger (22) sowie ein Einheimischer (17) und ein Flachgauer (20). Erstere sind für den Überfall auf die Trafik in der Maxglaner Hauptstraße verantwortlich. Zweitere haben den Kramer in Thalgau heimgesucht.

Noch flüchtig sind jene zwei vermummten und bewaffneten Männer, die beim Billa in Lehen zuschlugen. Von ihnen gibt es aber jetzt Fotos. Auch das Trio, das im Hotel zur Post in Maxglan Beute machen wollte, wurde gefilmt.

Kebab-Imbiss überfallen
Mit einem, wie er es ausdrückt, „pickelgesichtigen“ jungen Täter bekam es Gökhan Gürel am Sonntag gegen 19 Uhr in seinem Kebab-Imbiss in der Maxglaner Hauptstraße zu tun: „Ich hatte zugesperrt und war gegenüber bei der Sparkasse Geld abheben. Danach bin ich noch mal zurück ins Geschäft. Ich musste im Büro was nachsehen und plötzlich habe ich gemerkt, dass wer reingekommen ist“, schildert er.

Der 20 bis 25 Jahre alte Mann, der ein Bayern-München-T-Shirt trug, forderte Geld. „Ich hab ,Schleich dich’ gesagt. Da ist er auf mich zugestürmt und hat mich am Hals gepackt. Ich wehrte mich und schlug ihm die Faust ins Gesicht. Dann spürte ich einen spitzen Gegenstand, vielleicht einen Brieföffner, am Hals. Damit hat er mich geschnitten.“ Der Mann flüchtete ohne Beute. „Wenn der gewusst hätte, das ich vorher 2000 Euro abgehoben habe.“

Von seinem Vater bekam Gürel später einen ordentlichen Rüffel. „Er hat noch nach dem Überfall im Hotel zu uns gesagt, wenn hier sowas passiert, sollen wir das Geld hergeben und nicht die Mutigen spielen.“

Die Überfälle der vergangenen Tage in Bildern:

Während der Fahndung geschah zweiter Überfall
Während die Polizei noch nach dem „Pickelgesicht“ fahndete, schlugen zwei dunkel bekleidete Männer, die sich die Kapuzen ihrer Jacken tief ins Gesicht gezogen hatten, in der JET-Tankstelle in der Innsbrucker Bundesstraße zu. Augenzeuge Wolfgang Mayrhauser schildert: „Ich habe gerade noch bezahlt und bin raus. Dann sah ich aus dem Augenwinkel, wie zwei dunkel gekleidete Männer hereingestürmt sind. Im nächsten Moment hörte ich einen Schuss. Ich bin schnell hinüber gefahren auf die andere Straßenseite zur Shell, habe die gewarnt und sie gebeten, die Polizei zu rufen.“

Einer der Räuber war bewaffnet, er hat zwei Schüsse - auf eine Vitrine und auf den Boden - abgegeben. „Nachdem nichts beschädigt war, gehen wir davon aus, dass es eine Schreckschusswaffe war“, so Polizeisprecherin Valerie Bachler. Die Ermittler vermuten, dass sich einige der Täter kennen. Es handelt sich durchwegs um junge Männer, möglicherweise stammen alle aus der Nähe, aus Maxglan. Mehr zu den Folgen, mit denen Unfallopfer zu kämpfen haben, erfahren Sie hier. 

Manuela Kappes