Austria

Salzburg 2:2 gegen Moskau: Die Sache mit den Pflichtsiegen

Ein Remis gegen den russischen Vizemeister Lok Moskau ist wahrlich keine Schande, doch Salzburg hat andere Ansprüche. Das Ziel vom ersehnten Aufstieg wird damit unrealistischer.

Salzburg trennte sich zum Auftakt der Champions League in Wals-Siezenheim vor 3000 Zuschauern (ab Freitag dürfen es nur noch 1500 sein) mit 2:2 von Lok Moskau. Die Tore der Gastgeber erzielten Dominik Szoboslzai (45.) und Zlatko Junuzovic (50.), für die Moskowiter trafen Èder (19.) und Witali Lisakowitsch (75.). Es war letztlich ein verdientes Remis.

Österreichs Meister hat sich für die zweite Teilnahme an der Champions League in Folge hohe Ziele gesteckt. Nach der gelungenen Premiere (sieben Punkte, Platz drei hinter Liverpool und Napoli) hat Trainer Jesse Marsch dieses Mal den Aufstieg als Ziel ausgegeben. Dafür ist ein Platz unter den Top zwei nötig, in einer Gruppe mit Titelverteidiger Bayern München und Atlético Madrid ein äußerst ambitioniertes Vorhaben.

Um dieses zu erreichen, war ein Sieg gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner, Lok Moskau, noch dazu im heimischen Stadion, eigentlich Pflicht. Dass aber ausgerechnet sogenannte Pflichtsiege oft besonders schwer zu bewerkstelligen sind, zeigte sich auch an diesem Abend.

Langsames Erwachen

Salzburg, das in der Vorsaison mit einem furiosen 6:2 gegen den belgischen Vertreter Genk in die Königsklasse gestartet war, fand zunächst kaum Zugriff auf diese Partie. Lok war die gefährlichere, die bessere Mannschaft, hatte durch Miranchuk (6.). und Zhemaletdinov (9.) erste Chancen. Die Salzburger agierten zu passiv, sie nahmen die Zweikämpfe nicht mit genügend Aggressivität an. Und sie hatten ganz offensichtlich Probleme damit, dass die Gäste aus Russland das Tempo geschickt verschleppten, wenig Räume boten. Die Führung durch Èder in der 19. Minute kam nicht überraschend, sie war zu diesem Zeitpunkt verdient.

Erst als Salzburg in der Defensive von einem 2-2-2-System auf eine Raute umstellte, verlor Lok etwas an Zugkraft. Daka (23.) und Camara (38.) näherten sich einem Tor an, Szoboszlai (45.) erzielte es. Knapp vor der Halbzeitpause war es ein Geniestreich des Ungarn, der den heimischen Branchenprimus zurück in dieses Spiel brachte. Knapp außerhalb des Strafraums traf der 19-Jährige den Ball perfekt, er senkte sich unter der Latte zum 1:1.

92.Minute: Beinahe noch das späte Glück

Der Ausgleich war ein Weckruf. Unmittelbar zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Salzburg seine beste Phase, investierte mehr, auch die Körpersprache war nun eine gänzlich andere. Junuzovic erzielte in der 50. Minute das 2:1, wenige Augenblicke später traf Koita die Stange (52.). Unmittelbar danach wurde Koita für Berisha ausgewechselt – und Salzburg verlor wieder an Aggressivität und Torgefahr. Das Spiel plätscherte etwas vor sich hin, ehe Lisakowitsch eine Viertelstunde vor Schluss noch der Ausgleich gelang.

Vorangegangen war dem Tor ein Foul an Okagawa, das nicht geahndet wurde. Zudem versagte Salzburg in dieser Situation im Defensivverhalten, weil Lisakowitsch im Rückraum völlig frei zum Kopfball kam. Auch Torhüter Stankovic muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass dieser Ball haltbar gewesen wäre. In der 92. Minute vergab Daka noch die große Chance auf das 3:2.

Trainer Jesse Marsch war nach dem Unentschieden nur bedingt zufrieden. „Es ist nicht so schlimm, wir haben einen Punkt geholt. Aber wir müssen das nächste Mal besser spielen.“ Schon kommenden Dienstag wartet in Madrid Atlético.

Football news:

Lucescu nach dem 0:3 gegen Juve: Dynamo lernt, bekommt Erfahrung und muss in eurovesna gehen
Man kann nicht halb Schwanger sein und halb in die Playoffs kommen. Tuchel über die Chancen von PSG in der Champions League
Barcelona das erste mal in der Geschichte der Champions League Elfmeter in 5 Runden in Folge
Fast Schwanger-bedeutet nicht Schwanger. Das ist Tuchels Metapher für die Chancen von PSG auf die Champions-League - Playoffs: wir erklären die Situation, die Sie mit Manchester United und RB haben
Wir kennen mehr als die Hälfte der Champions-League-Playoff-Teilnehmer. Wer ist schon da und wer hat sich bis zur letzten Runde zurückgezogen?
Maguire über das 1:3 gegen PSG: der Gegner erzielte unlogisch - Querschläger und Flipper um den Strafraum
Ronald kouman: Barcelona will 18 Punkte in der Champions League Holen. Wir hatten eine tolle 1. Halbzeit