Austria

SALK-Chef Sungler will Kritik entschärfen

Herr Dozent Sungler, wie sauber ist es an den Kliniken?

Wir sind auf einem sehr hohen Level. Sonst würden wir von den Patienten nicht Schulnoten von 1,3 bis 1,5 bekommen. Von der Sauberkeit bis zur Freundlichkeit des Personals wurde in Fragebögen alles abgefragt. Fast 98 Prozent würden uns weiterempfehlen. Das ist der beste Beweis, dass wir die Aufgaben richtig machen. Je mehr man auf uns hinhaut, desto schwieriger wird es auch, Personal zu finden.

Der Landesrechnungshof erhebt aber Vorwürfe: Der Klinik soll beim Vertrag mit der Reinigungsfirma Schaden zugefügt worden sein.

Der Aufsichtsrat hat sich zu jedem Zeitpunkt bestens informiert gefühlt. Es gab 2013 noch kein vollständiges digitales Raum- und Funktionsbuch und damit Unschärfen bei zu reinigenden Raumgrößen. Der Chef der Firma ist mit einem unterschriebenen Kündigungsvertrag vor mir gestanden. Es wurden Forderungen gegenübergestellt.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind angelaufen?

Wir wurden aufgefordert, noch ergänzende Unterlagen einzubringen.

Nächste Woche wird der Fall David verhandelt. Was hat die Klinik gelernt?

Es ist eine menschliche Tragödie ersten Ranges. Wir haben reagiert, uns von den beiden Ärzten getrennt, die Richtlinien über Notfälle präzisiert und auch bauliche Maßnahmen getroffen. Ärzte werden verstärkt spezielle Schulungen besuchen.

Kann so eine Tragödie jederzeit passieren?

Wir haben viel Geld in die Ausbildung von Risikomanagern investiert. Weil wir wenige Großschadensfälle haben, gewährt uns die Haftpflichtversicherung einen höheren Nachlass, seit 2011 waren es 1,75 Mio. €. Es gibt auch externe Kontrollen.

Der Streit um die Ärzte-Umkleidezeit ist beigelegt?

Die Kollegen der Doppler-Klinik wollen eine Betriebsvereinbarung. Die Ärzte im Landeskrankenhaus leben die zehn Minuten Umkleidezeit. Wer mehr braucht, muss es begründen.

Worauf kann die Klinik stolz sein?

Bestes Beispiel: Die Sterblichkeit bei Krebserkrankungen ist massiv im Sinken.