Austria

Prominente Gesichter gegen Hass im Netz

Fotograf Andreas Hochgerner will mit dem Fotoprojekt #unhatehuman aufzeigen, dass Betroffene nicht allein sind.

Mobbing, Bashing, Rassismus, Bodyshaming, Intoleranz und Sexismus – Hass im Netz ist allgegenwärtig, das konstatiert auch der Fotograf Andreas Hochgerner. Er habe, sagt er, in letzter Zeit auch in seinem eigenen Freundeskreis festgestellt, „dass immer mehr, egal ob Mann oder Frau, mit all diesen Themen, teilweise sehr heftig, konfrontiert werden“.

#unhatehuman heißt nun das Fotoprojekt, mit dem er wachrütteln will und „plakativ aufzeigen, dass Hass im Netz wirklich jeden einholen kann und man als Betroffener nicht alleine ist.“ Die Schwarz-Weiß-Porträts werden dabei durch ein Posting, das die jeweiligen Künstler erhalten haben, ergänzt. „Sie haben zwar die österr. Staatsbürgerschaft, aber das macht sie (sic!) noch lange nicht zu einer waschechten Österreicherin“, heißt es etwa bei Wettermoderatorin Eser Akbaba. „Bild dir ja nichts ein auf deinen Erfolg! Jede DJane hat sich hochgefickt!!!“ richtete jemand DJane Mel Merio aus. „Wie kommt eine wie du ins Fernsehen??? Kann sich nur hochgebumst haben!“, mutmaßte jemand anderer in Bezug auf Nadja Maleh. Und Thaiboxer Fadi Merza bekam ein „Du bist einfach nur hässlich!!!“ zu hören.

Nadja Maleh Andreas Hochgerner

Mitgemacht hat eine stattliche Anzahl Prominenter, darunter die Kabarettistinnen Nadja Maleh, Caroline Athanasiadis und Angelika Niedetzky, Reinhard Nowak, Schauspielerin Kristina Sprenger, die Sänger Roman Gregory, Drew Sarich, Samira Dadashi und Virginia Ernst, Sopranistin Natalia Ushakova, Balletttänzerin Rebecca Horner, DJane Mel Merio, die Moderatoren Johanna Setzer und Alfons Haider, Designer Niko Niko oder Dirndlmacherin Constanze Kurz.

Auch Opernsängerin Natalia Ushakova bekam eine den anonymen Hass zu spüren. „Die nervt mich mit ihrem Lachen, sie sollte sterben, ich kann sie nicht ertragen, blöde Kuh, so ein schirches Weib, sie soll ihre Klappe halten, solche Sachen wurden da geschrieben“, erzählte sie dem „Kurier". „Ich war total fertig. Ich wollte nicht mehr leben. Ich hab mir gedacht, ich bin ein Scheusal, ich nerve die Leute, sie wollen mich nicht sehen, sie ertragen mich nicht. Ich weiß nicht, wie viele Liter Tränen ich vergossen habe.“ Sie habe sich dann überlegt, welche Menschen wohl so etwas schreiben. Ihre Conclusio: „Ich nerve diese Leute, weil ich so lustig und unbeschwert wirke und ein fröhlicher und glücklicher Mensch bin. Und die sind absolut unglücklich. Und sie geben mir die Schuld daran. Und haben sich halt dann gedacht, sie machen mich fertig."

Besonders unheimlich liest sich ein Posting an „Dancer against Cancer"-Organisatorin Yvonne Rueff, deren Tanzschule als Fotostudio diente. „Dein Lächeln gehört mir“, schrieb ein Unbekannter. „Niemand wird dich jemals wieder sehen wenn wir zusammen sind!"

Veröffentlicht werden die Porträts nach und nach auf Facebook und Instagram; auch Betroffene können sich dort melden und ihre Geschichte öffentlich machen. (tes)

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