Austria

Präsidentenwahl in Polen: Amtsinhaber Duda knapp voran

Das Ergebnis der Stichwahl um das Präsidentenamt dürfte denkbar knapp ausfallen. Die Wahlbeteiligung lag bei unter 70 Prozent. Das offizielle Endergebnis liegt frühestens Montagabend vor.

In der zweiten Runde der polnischen Präsidentenwahl liegt Amtsinhaber Andrzej Duda laut Prognosen von Montagfrüh vor seinem Rivalen Rafal Trzaskowski. Demnach erhielt Duda 51 Prozent der Stimmen, auf Trzaskowski entfielen 49 Prozent. Ein Sieger stand aber zunächst noch nicht fest. Die Prognosen beruhen auf der
Grundlage von Nachwahlbefragungen in 500 Wahlbüros und
Teilauszählungen in 450 dieser Wahlbüros.

Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos haben diese detaillierten Prognosen eine Fehlertoleranz von einem Prozentpunkt. Hochrechnungen wie in Deutschland gibt es in Polen nicht. Das offizielle Endergebnis wird nach Angaben der Wahlkommission frühestens am Montagabend vorliegen.

Am Wahlabend hatte es für mehrere Stunden zunächst kein
eindeutiges Ergebnis gegeben. In den ersten Prognosen trennte nur ein hauchdünner Unterschied von weniger als einem Prozentpunkt Duda von Trzaskowski. Trotzdem bezeichnete sich der Präsident in einer ersten Reaktion als Sieger. "Lang lebe Polen! Die Wahl bei einer Beteiligung von 70 Prozent zu gewinnen, ist eine außergewöhnliche Nachricht. Ich bin berührt. Danke an meine Landsleute", sagte der nationalkonservative Politiker am Wahlabend in Pultusk, etwa 60 Kilometer nördlich von Warschau. Später sprach er von einem "Sieg, momentan noch nach Prognosen".

Hohe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung war trotz der Corona-Pandemie hoch. Laut
Prognosen lag sie bei 67,9 Prozent. Wie die Wahlkommission in
Warschau mitteilte, hatten bis um 17 Uhr am Sonntagnachmittag 52,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

In Polen amtiert der Präsident fünf Jahre lang. Das
Staatsoberhaupt repräsentiert das Land nicht nur nach außen. Der
Präsident hat auch Einfluss auf die Außenpolitik, er ernennt den
Ministerpräsidenten sowie das Kabinett und ist im Kriegsfall
Oberkommandierender der polnischen Streitkräfte. Außerdem kann er mit seinem Veto-Recht Gesetzentwürfe stoppen. Im Parlament ist dann eine Drei-Fünftel-Mehrheit nötig, um das Veto des Präsidenten zu überstimmen.

(APA/dpa)

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