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Polizei soll in Lagos auf Demonstranten geschossen haben

Die Proteste in Nigeria für eine Polizeireform und gegen Polizeigewalt schlugen in Gewalt um. Berichten eröffneten Einsatzkräfte das Feuer. Der Gouverneur spricht von 25 Verletzten. NGOs berichten von mehreren Todesfällen.

Die knapp zweiwöchigen Proteste gegen exzessive Polizeigewalt in Nigeria haben in der Nacht auf Mittwoch in der Wirtschaftsmetropole Lagos einen neuen Höhepunkt gefunden. Dort hatten unbestätigten Berichten in sozialen Netzwerken zufolge Einsatzkräfte das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Die Provinzregierung bestätigte Hinweise auf eine Schießerei und kündigte eine Untersuchung der Vorgänge an.

Bei den Protesten wurden 25 Menschen verletzt, wie der Gouverneur des gleichnamigen Bundesstaates, Babajide Sanwo-Olu, sagte. Auch er kündigte eine offizielle Untersuchung an. Anders als von Augenzeugen in sozialen Medien berichtet, betonte er, es habe aber keine Toten gegeben. Er sprach zudem von anhaltenden gewaltsamen Protesten, bei denen Feuer gelegt werde. In unbestätigten Berichten war von wütenden Jugendlichen die Rede, die am Mittwoch Autos und Regierungsgebäude in Brand setzten.

Der Gouverneur des Bundesstaats, Babajide Sanwo-Olu, besuchte verletzte Demonstranten im Krankenhaus in Lagos.
Der Gouverneur des Bundesstaats, Babajide Sanwo-Olu, besuchte verletzte Demonstranten im Krankenhaus in Lagos. via REUTERS

"Amnesty International hat glaubwürdige, aber verstörende Hinweise auf exzessive Gewaltanwendung erhalten, die zum Tode von Demonstranten an der Lekki-Mautstelle in Lagos führten", schrieb die Menschenrechtsorganisation im Kurznachrichtendienst Twitter zu dem nächtlichen Vorfall an der Mautstelle. Dort hatten sich Demonstranten geweigert, sie zu verlassen und die Sperrstunde einzuhalten. Die Behörden hatten nach Krawallen vor einem Polizeirevier am Dienstag eine 24-stündige Ausgangssperre in der größten Stadt des westafrikanischen Staates und deren Umland verhängt. Das Militär dementierte Berichte, wonach Soldaten vor Ort waren.

Rihanna: „Betrug an den Bürgern"

Die ehemalige US-Außenministerin Hilary Clinton und der frühere US-Vizepräsident Joe Biden äußerten sich besorgt und riefen zu einem Ende der Gewalt gegen die Demonstranten auf. Musikstar Rihanna schrieb auf Twitter, es sei unerträglich, das Geschehen in Nigeria zu beobachten. "Es ist so ein Betrug an den Bürgern, dass dieselben Leute, die sie schützen sollen, nun diejenigen sind, vor denen wir uns am meisten fürchten müssen, ermordet zu werden." Amnesty erinnerte die Behörden daran, dass tödliche Gewaltanwendung der Sicherheitsbehörden nur in wenigen Extremfällen erlaubt sei.

Ausgelöst worden waren die Proteste durch ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte und in den sozialen Medien die Runde machte. Unter dem Hashtag #EndSARS verbreiteten sich die Proteste schnell international und führten auch im Ausland zu Protestkundgebungen. Inzwischen fordern die Demonstranten weitrechende Polizeireformen in ihrem Land.

(APA/dpa)

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