Austria

Platter: Geimpfte sollen "zusätzliche Freiheiten bekommen"

Der Landeshauptmann pocht auf Öffnungsschritte im Mai. Aufgrund der unterschiedlichen Zahlenlage kann er sich "durchaus" regionale Lösungen vorstellen.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat sich vor dem Bund-Länder-Gipfel am Freitag zum weiteren Vorgehen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus überzeugt gezeigt: "Es muss zu Öffnungsschritten im Mai kommen. Und es wird zu Öffnungsschritten kommen, durchaus auch schrittweise", erklärte Platter am Mittwoch. Wegen der unterschiedlichen Situation vor allem auf den Intensivstationen im Osten im Vergleich zu den anderen Bundesländern, könne er sich "durchaus" regionale Lösungen bei den Öffnungen vorstellen.

Diese regionalen Lösungen könnten dann während eines kürzeren Zeitraumes gelten und schließlich in eine "einheitliche Regelung übergehen", meinte Platter vor allem Bezug nehmend auf den bis 2. Mai geltenden harten Lockdown in Wien und Niederösterreich. Jedenfalls plädiere er dafür, dass am Freitag ein konkreter Zeitplan für die Öffnungen im Mai beschlossen wird. Dieser müsse die Bereiche Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur betreffen. Vor allem komme die Kultur seiner Ansicht nach in der öffentlichen Diskussion noch zu wenig vor. Hier müsse man danach trachten, dass Menschen wieder Kulturveranstaltungen besuchen könnten.

Lob für Teststrategie der Bundesregierung

Unter welchen Voraussetzungen die Öffnungen vonstattengehen - ob nur im Außenbereich oder weitergehend - sei noch offen: "Da gibt es auch noch keine Vorabstimmung". Die Vorlage eines negativen Tests - um "bestimmte Annehmlichkeiten zu haben" - sei eine "gute Variante", so Platter. Die Teststrategie der Bundesregierung habe sich als richtig erwiesen.

Die Corona-Situation in Tirol sah der Landeshauptmann im Griff und verwies auf sinkende Infektionszahlen und eine sehr stabile Lage in den Krankenhäusern. Darüber hinaus setze man weiter auf die Tirol-weite Ausreisetestpflicht und vor allem lokale Testverpflichtungen - letztere hätten sich besonders bewährt.

Vertrauen in Experten bei Impfstoff-Zulassung

Auch die Impfungen hätten in Tirol Fahrt aufgenommen - hier sei man - auch dank der Durchimpfung im Bezirk Schwaz - "Nummer Eins" in Österreich. Einem nationalen Alleingang in Sachen Sputnik-Impfstoff ohne vorherige EU-Zulassung wollte Platter nicht dezidiert das Wort reden, aber: "Wenn die Experten der Ansicht sind, dass die Zulassung des Impfstoffes zu rechtfertigen ist, dann ist mir jeder Impfstoff recht". Zudem deklarierte sich der Landeschef als Unterstützer des "Grünen Passes": "Ich bin dafür, dass man mit der erfolgten Impfung zusätzliche Freiheiten bekommt".

Insgesamt sah Platter Tirol und Österreich in Sachen Corona "auf den letzten Metern" eines Marathons. "Aber wie so oft: Die letzten Meter sind die schwersten".

(APA)

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