Austria

Pinsel statt Lehrbuch: Studentin wurde im Lockdown zur Künstlerin

Job weg, Alltag weg – Corona veränderte das Leben von Isabella H.. Sie begann zu malen. Und eröffnet nun ihre erste Vernissage.

von Caroline Ferstl

Die 23-jährige Isabella H. steht in der Wiener Galerie publicartists in der Josefstadt, ihr gegenüber hängt eine rockige Minnie Maus, daneben eine kesse Daisy Duck in einem roten Abendkleid und eine hämisch grinsende Cruella, die Kult-Bösewichtin aus "101 Dalmatiner".

Es sind Isabellas Bilder, die da an der Wand hängen. 

Kaum jemand hätte vor 12 Monaten wohl sagen können, wie sich unser aller Alltag in diesem Jahr verändern würde. Dass auf jedes Tief ein Hoch folgt, zeigt sich anhand der Geschichte von Isabella H. "Niemals", sagt sie, hätte sie sich träumen lassen, dass ihre Bilder einmal in einer Galerie ausgestellt werden.

Lockdown-Beschäftigung

Frühling 2020: Isabella H. studiert Deutsche Philologie, arbeitet geringfügig im Servicebereich eines Fitnesscenters und hat gerade beschlossen, mit ihrem Freund in die erste gemeinsame Wohnung zu ziehen.

Corona machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Plötzlich war der Job weg, die Uni auf Fernlehre umgestellt, die Einrichtung der Wohnung wurde aufgeschoben, dazu kam eine sehr persönliche, gesundheitliche Herausforderung.

"Ich hatte plötzlich viel zu viel Zeit", erinnert sich die Studentin. Und griff daraufhin zum Pinsel. Gemalt hat die 23-Jährige schon als Kind, nach der Matura blieb das Hobby allerdings auf der Strecke. Bis jetzt. „Und mit irgendetwas musste ich unsere leeren Wände schließlich schmücken“.

Es blieb allerdings nicht bei einem Bild, mittlerweile hat Isabella sieben 70 mal 100 Zentimeter große Leinwände gefüllt, alle davon mit bekannten Disneyfiguren, modern interpretiert. Sechs davon kann man aktuell in der Galerie publicartists in der Laudongasse 58 bewundern.

Aufmerksam geworden ist die Galerie auf die junge Künstlerin via Instagram. Auf der Plattform postete Isabella H. unter dem Künstlernamen b_artpieces Fotos und Einblicke in ihre Arbeit. Rund 3.000 Menschen sehen ihr online zu.

„Eines Tages fand ich eine private Anfrage von der Galerie in meinen Nachrichten. Damit hätte ich nie gerechnet. Es war ja gar nicht meine Intention, meine Bilder zu verkaufen“, erzählt die junge Künstlerin. Doch das Angebot abschlagen konnte sie nicht.

Vielfältige Minnie Maus

20 Künstlerinnen und Künstler stellen bis einschließlich 5. März in der Galerie zum Thema „Diversity“ aus. „Ein passenderes Motto hätte ich mir nicht wünschen können“, freut sich die Studentin. "Ich habe absichtlich Disneyfiguren als meine Kunstfiguren gewählt: Sie sind frei von gesellschaftlichen Vorurteilen und geschlechtlichen Erwartungen. Die Bilder haben zwar jeweils ein Motto, können aber interpretativ gesehen werden."

Und was macht sie, wenn jemand ihr Bild kaufen will? „Dann werde ich wohl ja sagen. Irgendwie muss ich meine Miete ja bezahlen“, scherzt die Wienerin.

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