Austria

Peter Handke: Wirbel um Ehrungen der Serben

Nach Ansicht von Kritikern bagatellisierte oder leugnete er die von Serben begangenen Kriegsverbrechen. In seiner Stockholmer Nobelpreis-Rede ging er auf die Vorwürfe nicht ein. In Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska (RS), nahm Handke laut APA bereits am Freitag den Orden der Republika Srpska entgegen, den ihm die RS-Präsidentin Zeljka Cvijanovic überreichte. In der ostbosnischen Stadt Visegrad ehrte ihn der Filmregisseur Emir Kusturica am selben Tag mit dem Großen Ivo-Andric-Preis.

Am Sonntagabend wurde Handke in Belgrad in der Kanzlei des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic erwartet. Von ihm sollte der Österreicher den Karadjordje-Orden übernehmen. Vucic hatte ihm die höchste staatliche Auszeichnung Serbiens bereits im Vorjahr zuerkannt. Handke war es damals nicht möglich, nach Belgrad zu reisen.

Vorwurf: „Genozidleugner“
In Sarajevo, der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas, reagierte man mit Ablehnung und Bestürzung auf Handkes Triumphzug durch die serbischen Lande. Die örtlichen Medien bezeichneten den Literaten laut APA durchgängig als „Genozidleugner“. Tatsächlich streiten die Politiker und Intellektuellen, mit denen Handke in der RS medienwirksam posierte, die von Serben begangenen Kriegsverbrechen ab.

„In den Tiefen seiner Seele ist er ein Faschist“
„Die für jeden offensichtliche Wahrheit zu leugnen, dass Menschen aufgrund ihrer Religion und ethnischen Zugehörigkeit getötet wurden - ist das nicht Faschismus?“, sagte Zeljko Komsic, das kroatische Mitglied des bosnischen Staatspräsidiums, am Sonntag dem Nachrichtensender N1. „Handke mag ein Nobelpreisträger zum Quadrat sein, aber in den Tiefen seiner Seele ist er ein Faschist.“

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