Austria

OSG-Projekt: Mondänes Flair umweht Silos

© Pumar - Pesendorfer und Machalek Architekten /OSG

Die OSG will hoch hinaus und macht in Bruckneudorf 70 neue Wohnungen im einstigen Körnerspeicher.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Einst dienten die beiden 43 Meter hohen Türme in der ehemaligen Erbsenfabrik – kurz „ Erbse“ genannt – als Getreidespeicher.

Körner werden in den Silos in Bruckneudorf längst keine mehr gelagert. Doch zum „alten Eisen“ gehören die beiden herausragenden Bauten keinesfalls – im Gegenteil. In den Silos soll nun mondänes Ambiente einziehen.

Vorbild aus Kopenhagen

Nach dem Vorbild „The Silo“ in Kopenhagen will die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) aus den beiden Türmen in dem nordburgenländischen Ort Wohnraum schaffen.

70 Wohnungen der unterschiedlichen Größenordnungen sind geplant, sagt OSG-Chef Alfred Kollar. Als „krönender Abschluss“ soll im obersten Geschoß eine Skybar entstehen.

Während die Bauarbeiten für die „ Erbse“ bereits begonnen haben – in dem denkmalgeschützten Gebäude entstehen bis Herbst zunächst 14 Reihenhäuser – sind nun auch die Planungsarbeiten für die Neugestaltung der Silos im Gange.

Dieser Tage wurden den Gemeindevertretern die ersten Pläne des Architekturbüros Pumar vorgestellt. Zu deren Referenzen zählen etwa die Adaptierung des „ Haus des Meeres“ in Wien sowie des Wohn- und Geschäftsgebäudes „Living Garden“ in der Seestadt Aspern.

Die Detailplanungen für die Silos werden wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, der Baubeginn ist für 2021 vorgesehen. Das Projekt „SiLofts“ – auch „Silo Lofts genannt – ist wohl in mehrfacher Hinsicht aufsehenerregend, was zum einen deren Größe geschuldet ist. Denn Hochhäuser gibt es im Burgenland selten zu sehen. Außerdem beschreite die OSG mit dem Projekt Neuland, sagt Kollar.

Jeder Achte wohnt unter Dach der OSG

Seit ihrer Geburtsstunde zu Beginn der 1950er-Jahre hat es sich die OSG zur Aufgabe gemacht, Wohnraum für die Bewohner zu schaffen.

Rund 37.000 Burgenländer – das ist etwa jeder Achte – haben bereits durch die OSG ein Dach über dem Kopf. Und es werden mehr. Nachfrage gibt es vor allem bei Starterwohnungen für Junge, als auch bei reiferen Semestern ab 65 Jahren.

Landauf, landab wird gebaut. 120 Bauvorhaben werden derzeit umgesetzt, weitere 100 sind in der Pipeline; das Bauvolumen beträgt 350 Millionen Euro. Auch wenn das Gros im Landesnorden umgesetzt wird – das Mittel- und Südburgenland holen auf (siehe Zusatzbericht).

"Green Way"

Auch heute sei es Aufgabe der Genossenschaft, dem steigenden Wohnbedarf zu begegnen, sagt der Geschäftsführer. Gleichzeitig sehe er es aber als seine Aufgabe, Ressourcen zu schonen. Alle Neubauten werden nun mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.

Die OSG hat zudem bisher 30 alte Gewerbeobjekte gekauft, um den Gebäuden neues Leben einzuhauchen. Im Sinne des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden werde in Zukunft auch vermehrt „in die Höhe und nicht nur in die Breite“ gebaut.

Das „SiLofts“ werde sich nun – neben dem H2 in Oberwart – als zweites „Hochprojekt“ in die Liste der OSG-Konzepte einreihen.

Modernes Finanz-Center für Oberpullendorf

Aus Sicht der OSG wurde in den Bezirken Güssing und Oberpullendorf bisher am wenigsten gebaut. Doch das hat sich geändert.

Im Mittelburgenland errichtet die OSG derzeit in 13 der insgesamt 28 Gemeinden Wohnungen bzw. Reihenhäuser, weitere acht Projekte sind in Planung. Dadurch werden 45 Mio. € im Bezirk investiert.

Erst dieser Tage fand im Bezirksvorort der Auftakt für die Neugestaltung des Gebäudes der Raiffeisenbank Burgenland Mitte statt. 

Das Gebäude wurde 1974 errichtet und ist seither in seiner Bausubstanz weitgehend unverändert. Gemeinsam mit der OSG hat Raiffeisen Burgenland Mitte  ein Konzept entwickelt, das eine Umbau in ein modernes Finanz-Center vorsieht.

Gemeinsam mit der OSG hat Raiffeisen Burgenland Mitte ein Konzept entwickelt, das eine Umbau in ein modernes Finanz-Center vorsieht.
Gleichzeitig erfolgt eine Sanierung des Hauses und durch den Zukauf des Nachbargrundstückes werden auch 16 neue Wohnungen und Büros entstehen.


Ziel des Umbaues sei es, den immer wichtiger werdenden Wissens- und Informationsaustausch zwischen Kunden und Bankmitarbeitern auf ein noch höheres Niveau zu bringen, hieß es vonseiten der Vorstandsdirektoren Adalbert Renner und Josef Koller sowie des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Csenar.


Im Juni werde mit den Bauarbeiten im Ortszentrum begonnen, zu Ostern 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein.

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