Austria

OPEC drosselt die Ölförderung, Ölpreis steigt

© APA/AFP/HAIDAR MOHAMMED ALI

Förderkürzung entspricht 0,5 Prozent der täglichen weltweiten Ölproduktion. Ölpreis reagierte umgehend

von Anita Staudacher

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und die zehn mit ihr kooperierenden Staaten ("OPEC+") drosseln die Ölförderung. Die 24 zuständigen Minister einigten sich am Freitag bei ihrer Tagung in Wien auf eine zusätzliche Kürzung um 500.000 Barrel (je 159 Liter) Öl am Tag im Vergleich zur aktuellen Produktion. Wie das Ölkartell mitteilte, gilt die Kürzung vom 1. Januar 2020 an.

Welche Folgen diese zusätzliche Kürzung um 0,5 Prozent der weltweiten täglichen Ölproduktion haben kann, lässt sich nur schwer vorhersagen. Aller Voraussicht nach werden die Öl- und damit auch die Benzinpreise etwas steigen. Die Internationale Energieagentur hat aber zuletzt auch darauf hingewiesen, dass nach ihren Erwartungen der Bedarf an OPEC-Öl im ersten Halbjahr 2020 deutlich zurückgehen wird.

Die Ölpreise stiegen mit der Bekanntgabe der Vereinbarung deutlich an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Freitagnachmittag 64,70 US-Dollar und damit 1,35 US-Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,08 Dollar auf 59,54 Dollar.

Die "OPEC+" versucht seit Anfang 2017, den Ölmarkt mit Förderlimits zu beeinflussen. Im Dezember 2018 beschlossen die 24 Staaten, zu denen auch die beiden Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland gehören, ihre Produktion im Vergleich zu Oktober 2018 um 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag zu kürzen. Diese Vereinbarung gilt noch bis Ende März.