In virologisch unbedenklichen Zeiten schien die schöne, neue Arbeitswelt voller Verheißungen. Nicht nur, dass der "neue Mittelstand" boomte. Federführende Soziologen wie Harald Welzer riefen eine neue Utopie des Gemeinschaftslebens aus. Wir "freien Menschen" sollen, so der moralische Appell, lauter kleine Schritte setzen, um den Umbau unserer Gesellschaft in Eigenregie zu verwirklichen. Endlich wurde die gute, alte Lohnarbeit beiseite gewischt. Der Katalog der ökologisch alarmierten Weltverbesserer sah die Zeit für ein neues Engagement gekommen. Ein "Mosaik gelingender Verbesserungen der Welt" (Welzer) lässt sich umso leichter legen, je seltener der Blick hinüber zum Lohnzettel wandert.