Austria

Oberösterreich ruft zum Zuckerrübenanbau auf

© APA/dpa/Sebastian Gollnow

38.000 Hektar sind nötig, um zweite Agrana-Zuckerfabrik im Marchfeld zu retten.

von Petra Stacher

Nachdem bekannt wurde, dass die zweite Agrana-Zuckerrübenfabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld mit etwa 150 Mitarbeitern vor dem Aus steht (der KURIER berichtete), rief nun in Oberösterreich am Mittwoch Agrar-Landesrat Maximilian Hiegelsberger (ÖVP) Landwirte auf, Zuckerrüben anzubauen. Denn um die Zuckerfabrik zu retten, brauche es 2021 österreichweit 38.000 Hektar Anbaufläche – aktuell sind es 34.000.

Oberösterreich hat davon seinen Anteil in den vergangenen Jahren stark steigern können: 26 Prozent – und damit ein Viertel des Anbaus – gehen auf OÖ zurück. Damit rangiert das Land mit 6.300 Hektar an zweiter Stelle nach Niederösterreich. Diese sollen jedoch auf 8.000 Hektar gesteigert werden.

„Verarbeitungsstätten können nur weiter bestehen, wenn der notwendige Rohstoff gesichert ist“, sagt Hiegelsberger. Vor allem Trockenphasen, die zu Schädlingsbefall führten, machten den Betrieben in der Vergangenheit zu schaffen.

Drei-Jahres-Vertrag

Gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) wurde am 17. September 2020 schließlich der „Pakt zur Rettung des heimischen Zuckers“ unterzeichnet. Eine Wiederanbauprämie von 250 Euro pro Hektar bei Zerstörung durch Schädlinge und eine Intensivierung der Forschung sollen den Anbau attraktiver machen.

Um den Bauern einen weiteren Anreiz zu schaffen, stellt nun auch die Agrana den Bauern einen Drei-Jahres-Vertrag in Aussicht: „Wir haben im Prinzip jetzt einen Mindestpreis eingeführt. Das ganze Risiko in Bezug auf Preisschwankungen übernimmt somit die Agrana“, sagt Vorstand Fritz Gattermayer. Das soll zu „Anbaufreudigkeit“ führen. Denn werden die 38.000 Hektar nicht erreicht, wird die Zuckerfabrik geschlossen. Am 1. Oktober starten die Kontrahierungsversammlungen.

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