Austria

ÖBB rechnet heuer mit negativen Vorsteuerergebnis von 50 Millionen Euro

Laut Bahnchef Andreas Matthä wird "uns insbesondere im Fernverkehr eine Delle bleiben".

ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä hat schlechte Nachrichten für heuer: "In Summe erwarten wir im Konzern rund 740 Millionen Euro Umsatzverlust, davon gut 300 im Güterverkehr. Im Personenverkehr, wo wir von einem Tag auf den anderen 90 Prozent weniger Fahrgäste hatten, sind es rund 450 Millionen Euro Rückgang", sagte er zum "Standard" (Mittwochsausgabe).

Unterm Strich heißt das: "Von den erwarteten 740 Millionen Euro Umsatzverlust werden wir selbst rund 300 auffangen, weil wir weniger Aufwand hatten, etwa bei Strom, Treibstoffe oder Waggonanmietungen, und anderseits durch Überstunden- und Urlaubsabbau und natürlich die Kurzarbeit, von der 6.000 Mitarbeiter betroffen waren. Außerdem haben wir die Auslastung im Güterverkehr optimiert. Trotzdem müssen wir heuer mit einem negativen Ergebnis vor Steuern im Ausmaß von rund 50 Millionen Euro rechnen."

Dass Auto und Rad zuletzt attraktiver wurden, bestätigt der Bahn-Chef: "Ein Teil der Pendlerinnen und Pendler fährt derzeit lieber mit dem Auto." Und er schränkt ein: "Das wird sich nach den ersten massiven Staus sicher wieder ändern."

Nicht ändern wird sich vorerst das Leben mit dem Virus. "Die Verpflichtung, Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist auch ein Grund, wobei ich dafür plädiere, öfter Masken zu tragen, denn das Virus ist nicht weg und eine zweite Welle können wir uns nicht leisten. Das ist für mich als Konsument weit weniger beschwerlich als für einen Supermarktkassierer, der den ganzen Tag Mundschutz tragen müsste", relativiert der Chef der Österreichischen Bundesbahnen.

Sein Ausblick auf die nahe Zukunft: "Insbesondere im Fernverkehr wird uns eine Delle bleiben, weil Geschäftsreisende und Touristen ausbleiben."

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