Austria

Novak Djokovi: Ein Bösewicht unter Superhelden

Wie Novak Djoković als Nummer eins der Welt um Anerkennung und Sympathien kämpft. Warum es dem Serben dennoch nicht gelingt, mit Roger Federer und Rafael Nadal gleichzuziehen.

Wien. In Wien präsentierte sich Novak Djoković im Rahmen der Erste Bank Open bislang streichelweich. Nach gewonnenen Matches schickt er wie üblich seinen Herzgruß ins Publikum, danach geht er auf verbalen Schmusekurs mit den Fans. Er mag das Wiener Publikum, die Stadt, und er packt seine Grundkenntnisse in Deutsch aus. Die Zuschauer in der Stadthalle honorieren in Form von Applaus nicht nur das Tennis des Serben, sondern auch seine sympathischen Auftritte. Djoković lächelt, winkt – ein Sieg auf allen Ebenen.

Dabei kann der 33-Jährige auch anders, das hat er in der Vergangenheit oft genug unter Beweis gestellt. Verliert der Mann aus Belgrad die Kontrolle über ein Match, dann verliert er oftmals auch jene über sich selbst. Dann beginnt Djoković zu schimpfen, meist in Richtung seiner Box, die über die Jahre gelernt hat, die irritierenden Angewohnheiten des Champions hinzunehmen. Einzig und allein aufgrund emotionaler Ausbrüche soll jedoch niemand in eine Ecke gedrängt werden. John McEnroe etwa hat sie einst zu seinem Markenzeichen gemacht, seinen Sympathiewerten hat das nicht geschadet, im Gegenteil.

Das Streben nach Anerkennung

So sehr sich Djoković auch bemüht, Everybody's darling zu sein, er eckt konsequent an und gerät damit immer wieder in die Kritik. Erst bei den French Open in Paris hatte ihm der Spanier Pablo Carreño Busta unsportliches Verhalten vorgeworfen. „Jedes Mal, wenn ein Match kompliziert wird, fragt er nach medizinischer Hilfe. Das macht er schon seit langer Zeit“, klagte Carreño Busta. Den Vorwurf der taktisch eingesetzten „medical timeouts“ muss sich Djoković schon länger gefallen lassen. Manchmal begründet, dann wieder unbegründet, jedenfalls hat der 17-fache Grand-Slam-Champion auf dem Platz viel an Glaubwürdigkeit verspielt.

Im Frühjahr erregte der Branchenprimus weltweiten Unmut, als er bei der von ihm initiierten Adria-Tour vor Tausenden Fans sämtliche Abstandsregeln missachtete. Djoković und einige andere Spieler infizierten sich mit dem Coronavirus, die große Reue setzte beim Impfgegner auch Monate später nicht ein: „Wenn ich die Gelegenheit hätte, die Adria-Tour noch einmal zu machen, würde ich es wieder tun.“ Und so erfolgreich das Jahr auch verlaufen sein mag (39:2-Siege), die Negativschlagzeilen um seine Person reißen nicht ab. Bei den US Open wurde Djoković disqualifiziert, nachdem er eine Linienrichterin mit einem weggeschlagenen Ball unglücklich am Hals traf.

Das wahre Gesicht des Novak Djoković zu erkennen ist eines der größten Rätsel dieser Tenniswelt, er ist Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Aktionen wie jene in New York erschweren es Djoković, jene weltweite Anerkennung zu erreichen, die er sich so sehnlich wünscht.

Nicht nur sportlich, auch in Sympathiefragen eifert Djoković seinen beiden Dauerrivalen Roger Federer und Rafael Nadal (beide halten bei 20 Grand-Slam-Titeln) nach. Doch irgendwie ist es wie in einem Hollywood-Blockbuster. Neben den Superhelden, verkörpert durch Federer und Nadal, braucht es auch einen Bösewicht. Drei Superhelden wären wohl einer zu viel.

Tennis in Wien

Der Niederösterreicher Jurij Rodionov scheiterte im Achtelfinale der Erste Bank Open in Wien. Rodionov, 21, unterlag dem Briten Daniel Evans mit 5:7, 3:6. „Heute hat mir die Erfahrung gefehlt. Evans hat gewusst, wann er welchen Schlag spielen muss“, erklärte Rodionov, der sich durch den Einzug in die zweite Runde unter die Top 150 der Rangliste verbessern wird. Im November stehen für Rodionov noch vier Challenger an, ehe Mitte Dezember bereits die Reise nach Australien ansteht.

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