Austria

Nicht Katzen rotten Vögel aus, sondern Menschen

BirdLife Österreich informiert über die vier größten Gefahren für die Vogelwelt. Spoiler: Freilaufende "Killer"-Katzen sind nicht dabei.

Das Vogelsterben ist keine Utopie mehr, sondern Realität. Vor allem aus der Kulturlandschaft verschwinden sie zunehmen. Zwei niederländische Professoren für Umweltrecht behaupten nun, Freigängerkatzen spielen dabei ein tragende Rolle und fordern Freigängerkatzen zu verbieten. Das Thema wird derzeit heiß diskutiert.

Aber stimmt das? Sind Katzen so eine große Bedrohung für die Vogelwelt?"Heute" hat bei der Vogelschutzorganisation Bird Life und der Wiener Tierschutzombudsstelle nachgefragt, was die Ursachen für das Vogelsterben sind. Spoiler: Freigängerkatzen kommen nicht vor.

"Das Thema der 'bösen Katze' kommt jedes Jahr wieder.

Man muss das im Großen sehen – wer stellt ein Problem für die Vogelwelt dar? Die intensivierte Landwirtschaft, Kunstdünger und Pestizide."

, so Eva Persy, Obfrau der Tierschutzombudsstelle Wien.

Das größte Problem bei Freigängerkatzen sei, zumindest in Österreich, dass sie oft nicht kastriert sind. In Wien habe man das im Griff, aber im Rest von Österreich sei dies jedoch ein großes Thema. Obwohl die Kastration von Freigängerkatzen gesetzlich vorgeschrieben ist.

Dr. Susanne Schreiner von der Vogelschutzorganisation Birdlife hat für uns die größten Gefahren für die Vogelwelt zusammengestellt. Schreiner stimmt Persy zu, die größte Bedrohung für Vögel stellt der Menschen dar.

Die Vogelschutzorganisation überwacht die Vogelpopulation in 28 europäischen Ländern, leitet Schutzprogramme und untersucht seit Jahren die Ursachen für das Vogelsterben. Freigängerkatzen spielen keine Rolle.

"Der Rückgang der Vögel der Kulturlandschaft hängt mit der Intensivierung der Landwirtschaft zusammen: Frühes und häufiges Mähen der Wiesen, Verlust von Hecken, Feldrainen und Einzelbäumen, Rückgang von Ackerbrachen nimmt den Vögeln sichere Brutplätze. Die Bewirtschaftung durch schwere Maschinen zerstört die Gelege der Vögel, die auf landwirtschaftlichen Flächen ihre Nester bauen. Außerdem setzt der Einsatz von Pestiziden im Ackerbau und Obstbau Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und Heuschrecken zu, sie bilden die Nahrungsgrundlage für Vögel."

"Was es braucht ist eine grundlegende Änderung der europäischen Agrarpolitik"

, fordert BirdLife seit Jahren.

"Das Trockenfallen und die Trockenlegung von Feuchtgebieten stellt ebenso eine Ursache des Rückgangs von Vögeln dar. Feuchtgebiete bilden einen sehr exquisiten Lebensraum.Entscheidend für das Überleben der Wiesenvögel ist eine punktgenaue Wiesenbewirtschaftung, die auf festgestellte Bruten Rücksicht nimmt und mit dem Mähen bis zum Ausfliegen der Jungvögel gewartet wird.

BirdLife weist anhand umfangreicher Brutzeit-Kartierungen solche Flächen aus und informiert zeitgerecht über den Verein BERTA die Bewirtschafter und Grundeigentümer. Die Betroffenen erhalten entsprechende Ausgleichszahlungen für eine Einkommensminderung aus Fördergeldern des ÖPUL."

"Zwei Drittel der heimischen 230 Brutvogelarten sind Zugvögel und ziehen im Herbst entlang des Mittelmeerraums Richtung Süden. Eine spektakuläre und kräftezehrende Reise – ein Kampf ums Überleben. Als wären Hunger, Durst und Erschöpfung nicht genug, kommt ein weiterer gefährlicher Faktor für die Vögel hinzu – der Mensch. "Nur ein Drittel aller Singvögel überlebt die Reise"

, wie BirdLife informiert.

Der Mangel an sicheren und nahrungsreichen Rastplätzenmachen den Vögeln zu schaffen. Diese wichtigen Lebensräume sind für unsere Vögel überlebensnotwendig, denn ohne eine ausreichende Stärkung haben die Zugvögel zu wenig Kraft um weiterzufliegen und natürlich Barrieren wie Wüsten, Meere und Gebirge passieren zu können."

"In Mitteleuropa ist die Haupttodesursache für Greifvögel nach wie vor die Verfolgung durch den Menschen. Die illegale Jagd setzt den Singvögeln zu: Im Mittelmeerraum – vor allem Zypern, Malta, Syrien und Ägypten – werden jedes Jahr mehr als 25 Millionen Vögel illegal getötet. "

Selbst streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Arten wie der Kaiseradler oder Rotmilan werden regelmäßig geschossen oder vergiftet. Die illegale Vogeljagd ist auch einer der Hauptgründe dafür, warum es sich für die Turteltaube bald ausgeturtelt hat,wenn es so weitergeht.

Auch in Österreich ist die illegale Greifvogelverfolgung ein brisantes Thema. Als Hotspot für tote Vögel gilt Niederösterreich. Lies hier: "Weinviertel – ein Bermudadreieck für Greifvögel."