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Nach Massenveranstaltung: 40.000 pakistanische Prediger in Quarantäne

Entgegen behördlicher Empfehlungen trafen sich 100.000 Anhänger einer islamischen Glaubensbewegung.

Nach einer religiösen Massenveranstaltung suchen Behörden in Pakistan nach Zehntausenden Anhängern der islamischen Glaubensbewegung Tablighi Jamaat. Bereits 40.000 islamische Prediger des Treffens befänden sich nach der mehrtägigen Veranstaltung im März in Quarantäne, sagte ein Sprecher der Bewegung am Montag. Die in Südasien angesiedelte Bewegung gilt als eine der größten transnationalen islamischen Organisationen.

Bei dem jährlichen Treffen waren mehr als 100.000 Anhänger der Bewegung nahe der östlichen Stadt Lahore zusammengekommen, obwohl die pakistanischen Behörden mehrfach auf eine Absage gedrungen hatten. Die Entscheidung der Veranstalter war insbesondere im Netz auf breite Kritik gestoßen. Im mehrheitlich muslimischen Pakistan haben die Behörden in der Vergangenheit eine offene Konfrontation mit islamischen Gruppen vermieden.

Laut Behörden ist die Sorge groß, dass die internationalen Teilnehmer des Treffens das Virus nun über Grenzen hinweg verschleppt haben. Etwa 300 Gäste aus südasiatischen Ländern seien informiert und zur Selbstisolation aufgerufen worden. Murtasa Wahab, Informationsminister der Provinz Sindh, geht von mehreren Tausend Infektionen durch die Veranstaltung aus.

Mehr als 180 Prediger der islamischen Missionsbewegung waren bereits positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. Die Stadt Raiwind, in der sich auch das Hauptquartier der Anhänger in Pakistan befindet, sei aufgrund der Ausbreitung des Virus komplett abgeschottet worden. Auch Moscheen seien von der Polizei geschlossen worden.

In Pakistan gibt es derzeit über 3200 registrierte Infektionen mit Corona sowie 50 bestätigte Todesfälle. Besonders betroffen sind die Provinzen Sindh mit der regionalen Hauptstadt Lahore sowie Punjab. Das Gesundheitssystem in dem Land mit über 200 Millionen Menschen gilt als eher schwach.

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