Austria

Nach dem Horror-Crash in Polen: Radprofi Groenewegen suspendiert

© APA/AFP/PHILIPPE LOPEZ

Der Niederländer wird vorerst keine Rennen mehr bestreiten. Neue Details zu den Verletzungen von Sturzopfer Jakobsen.

Auch drei Tage nach dem fürchterlichen Sturz von Fabio Jakobsen beim Auftakt der Polen-Rundfahrt ist die Causa noch längst nicht ausgestanden. Während der 23-Jährige nach zahlreichen Brüchen im Gesicht und dem Verlust aller Zähne wohl noch zwei Wochen im Spital bleiben muss und dann eine lange Rehabilitationszeit vor sich hat, hat das Team Jumbo-Visma Unfallverursacher Dylan Groenewegen suspendiert.

„Er hat gegen sich entgegen jeder Sportlichkeit verhalten“, erklärte Manager Richard Plugge, „das ist inakzeptabel.“ Tatsächlich hatte der 27-jährige Niederländer seinen Landsmann im Zielsprint bei rund 80 km/h in die Absperrung gedrängt, Jakobsen flog im hohen Bogen durch die Bande, riss dabei noch einen Rundfahrtmitarbeiter mit zu Boden und wurde in der Nacht auf Donnerstag fünf Stunden lang operiert. Auch seine Luftröhre wurde verletzt.

Zerknirschter Unfallverursacher

Dylan Groenewegen gestand zerknirscht: „Ich wollte nie jemanden verletzen. Aber es war eindeutig mein Fehler. Ich habe meine Linie verlassen, das hätte ich nicht tun dürfen.“ Auch er selbst kam nicht ungeschoren davon – ein Schlüsselbein ist gebrochen. „Aber selbst wenn das nicht passiert wäre, würde ich in nächster Zeit nicht wieder ein Rennen bestreiten.“

Das wird er nun sowieso nicht, denn zunächst einmal wartet Jumbo-Visma auf das Urteil der Disziplinarkommission des Radsport-Weltverbandes UCI. „Jetzt haben die Gesundheit und die Genesung von Fabio Jakobsen Vorrang“, teilte Jumbo-Visma mit, „wir sind in Gedanken bei ihm und den anderen, die in diesen fürchterlichen Crash involviert waren.“

Zugleich wandte sich das Team aber auch gegen die teils heftige Kritik an Groenewegen: „Wir werden Dylan und seine Familie unterstützen, damit er durch diese schwere Zeit kommt. Denn manches, was auf sie einprasselt, ist verwerflich.“sts

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