Austria

Münchner Kardinal Marx stiftet Privatvermögen für Missbrauchsopfer

Der Erzbischof gründet in einem wohl beispiellosen Akt mit 500.000 Euro an Ersparnissen eine Stiftung für Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, gründet eine Stiftung für Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er habe sich entschlossen, dafür "den allergrößten Teil" seines Privatvermögens aufzuwenden, insgesamt 500.000 Euro, erklärte Marx, der bis heurigen März Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz gewesen war, am Freitag laut Kathpress.

Die Stiftung trägt den Namen "Spes et Salus" (Hoffnung und Heil). Sie soll laut Satzung einen Beitrag zur "Selbstermächtigung" der Opfer leisten. Diese würden "gleichberechtigt" an der Ausgestaltung der Stiftungsleistungen beteiligt.

Den Vorsitz des Stiftungsbeirats, dem auch ein Betroffener angehören wird, übernimmt laut Mitteilung der Erzdiözese München der frühere Generalvikar Peter Beer, der seit einigen Monaten am Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom arbeitet. Mit dem CCP soll die Stiftung kooperieren.

Das Geld stammt laut Kardinal Marx (67), einem gebürtigen Westfalen, aus Ersparnissen aus seinen Bezügen, die er über Jahrzehnte für seine Tätigkeiten als Institutsdirektor, Professor und Bischof erhalten hat. Marx sagte, er hoffe, dass sich andere mit ihren finanziellen Mitteln und Ideen der Initiative anschlössen.

„Das ist ein Verbrechen"

"Sexueller Missbrauch im Verantwortungsbereich der Kirche ist ein Verbrechen", so der Kardinal. "Das System Kirche als Ganzes ist hier schuldig geworden. Die Einsicht in diese Wahrheit hat lange gebraucht und dauert noch an. Auch für mich selbst hat es einer Lerngeschichte bedurft, um das Ausmaß und den Umfang von Missbrauch in der Kirche wahrzunehmen und zu erkennen." Umso mehr sei es ihm ein Anliegen als Kardinal und Erzbischof, aber auch als Privatperson, "alles mir Mögliche zu tun, um Missbrauch zu bekämpfen und aufzuarbeiten".

Die Stiftung solle das Engagement der Kirche für Prävention, Aufarbeitung und Anerkennung des Leids ergänzen, so Marx. "Mir ist klar: Geld kann keine Wunden heilen; aber es kann dazu beitragen, dass Bedingungen geschaffen werden, die Heilungs- und Wandlungsprozesse ermöglichen." Menschen seien im Raum der Kirche beschädigt worden und hätten dadurch ihren Glauben verloren. Es gehe mit der Stiftung auch um eine Hilfestellung dafür, ihn vielleicht wiederzufinden.

Unabhängiger Bericht über Missbrauch im Erzbistum

Als erste deutsche Diözese hatte das Erzbistum München und Freising, das einen großen Teil Südbayerns umfasst, unter Marx 2010 einen unabhängigen Missbrauchsbericht vorgestellt, für den eine Anwaltskanzlei Personalakten seit 1945 durchforstete. Ein erweitertes Gutachten wurde Ende Februar in Auftrag gegeben. Es soll den Zeitraum bis 2019 und damit auch die Amtszeit von Marx (er amtiert seit 2008) einschließen und Verantwortliche für etwaige Versäumnisse nennen. Der Bericht werde nicht vor Frühjahr 2021 fertig sein, hieß es zuletzt.

Erzbistum München/Freising in Südbayern. Erzdiözese München/Freising

Marx (Priesterweihe 1979) war vor seiner Tätigkeit in München Bischof in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) und Trier (Rheinland-Pfalz). Als Bischof von Trier hatte er es unterlassen, dem Verdacht sexuellen Missbrauchs durch Geistliche nachzugehen. Später sagte er, dass ihm diese Sache sehr leid tue und er heute anders handeln würde.

(APA)

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