Austria

Mordprozess: Landwirt lief nackt über Autobahn, dann erschoss er seine Mutter

Der Sohn war zum Zeitpunkt der Tat nicht zurechnungsfähig, weshalb der Staatsanwalt einen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gestellt hat. Er selber leugnete nicht, die Mutter mit zwei Schüssen getötet zu haben. Der Landwirt habe laut eigenen Aussagen in der Tatnacht plötzlich auf seinem Nachttisch sein eigenes Totenbild gesehen, worauf er zu der Überzeugung gekommen sei, dass "meine Mutter mich jetzt töten oder erstechen will", meinte der große Mann vor Gericht. Darauf habe er das Gewehr geholt, dem Opfer die Tat angekündigt, es gestoßen und der betagten Frau zweimal aus direkter Nähe in den Hals geschossen. Danach rief der seit 2006 psychisch Kranke die Polizei und ließ sich widerstandlos festnehmen.

Heute tue es ihm leid und er wolle das Ansehen der Mutter hochhalten, versicherte der Sohn auf Nachfrage seines Anwalts. Auch wenn das Verhältnis der beiden Familienmitglieder nicht unproblematisch war, will das Einzelkind nicht unter der wohl dominanten Mutter gelitten haben. Vielmehr belastete ihn seit Monaten eine angekündigte Betriebsansiedlung von Google neben seinen Feldern. "Stresssituationen fördern das Auftreten von Krankheitsepisoden." Nachdem seine Medikation nicht hoch war, sei auch der "Schutz vor Ausbruch einer neuerlicher Wahnsituation hoch gewesen, erklärte die psychiatrische Sachverständige Adelheid Kastner. So sei er nicht schuldfähig zum Zeitpunkt der Tat gewesen.

Gottes Stimme bei Fahrt zum Flughafen

Der Verteidiger schloss sich zu "100 Prozent" den Ausführungen des Staatsanwaltes an, dass sein Mandant wegen paranoider Schizophrenie nicht zurechnungsfähig ist. Er sei nur mehr "Passagier in seinem Körper" gewesen; nicht "der sanfte Riese", der im Ort als hilfsbereit und freundlich galt, sondern das "Scheusal paranoide Schizophrenie" habe getötet. Allerdings wäre "die Tat verhinderbar gewesen", nannte er einen Amtsarzt als den eigentlich Schuldigen.

Nur wenige Stunden vor der Tat war der 46-Jährige von einem Amtsarzt untersucht worden, aber nicht als Gefahr eingestuft worden. Grund für die Untersuchung war, dass er trotz Corona-Einschränkungen nach Salzburg zum Flughafen fahren wollte, um nach Kalifornien zu fliegen, nachdem er im Radio den Song "Hotel California" gehört habe. Auf der Fahrt zum Flughafen will er dann Gottes Stimme im Radio gehört haben, der ihm vorschrieb, sich allem Irdischen zu entledigen. Als der Sprit aus war, zog er sich aus und lief nackt auf der Autobahn weiter, bis er von Polizisten aufgegriffen wurde, die ihn einem Amtsarzt vorführten, beschrieb der Verteidiger, was an dem Tag geschah.

Dem Mediziner berichtete der Mann von seiner Erkrankung. Daraufhin riet ihm der Amtsarzt, die Dosis zu erhöhen und ließ ihn gehen, so der Jurist. Der beste Freund des Kranken holte diesen dann ab und fuhr ihn heim. Gegen 23.30 Uhr kamen sie am Hof in Kronstorf an, eine halbe Stunde später war die Mutter tot.

Zurück auf Hof?

Der Staatsanwalt sah in der Krankheit des Mannes eine Gefahr, da sich bei ihm die paranoide Schizophrenie ganz untypisch äußere. Im Gegensatz zu anderen Erkrankten sei es "erstaunlich, dass er sein Leben so meistern konnte". Ein psychotischer Schub sei nicht erkennbar, daher sei nicht auszuschließen, dass er erneut jemanden etwas antue, wenn er unter Druck gesetzt werde. Daher beantragte er die Unterbringung. Kastner hingegen kam zu dem Schluss, dass eine "unbedingte Einweisung durch andere Mittel wie regelmäßige Facharztkontrollen und das Weiterführen der Depotmedikation" zu ersetzen sei. Somit könnte er zurück auf seinen Hof, den er nach dem Tod des Vaters 2010 überschrieben bekam.

Eine Entscheidung des Geschworenengerichts war für den Nachmittag angekündigt.

Football news:

Zidane wird nicht gefeuert. Real Madrid vertraut ihm voll und ganz (As)
Zidans Zukunft bei Real ist fraglich. Der Trainer ist nicht mehr so sicher wie früher (Marca), Real-Trainer Zinedine zidane ist nicht garantiert, seinen posten zu behalten
Marcel Villas-Boas hat die rekordserie von 13 Niederlagen in der Champions League unterbrochen. Und zum ersten mal in dieser Ziehung erzielte
Der Kolumbianische Fußballverband (FCF) hat den Rücktritt von Carlos Queiroz als Cheftrainer der Nationalmannschaft des Landes bekanntgegeben. Der 67-jährige Portugiese wurde heute entlassen. Er leitete das Team etwa zwei Jahre lang
Klopp über das Spiel von Torwart Keller mit Ajax: Top, Top, Top, Top
Manchester United, Tottenham und Chelsea sind Interessant Verteidiger Brighton White
Red Bull Riss die Lok mit einer perfekten angriffsvielfalt ab. Der angeschlagene Loco wusste nicht, was er tun sollte