Gut möglich, dass sich Angela Merkel den Spätherbst ihrer langen politischen Karriere ganz anders vorgestellt hat. Die geordneten Verhältnisse, in denen sie Europas größte Volkswirtschaft nach eineinhalb Jahrzehnten Kanzlerschaft eigentlich hatte übergeben wollen: aus und vorbei. Noch nicht einmal ein Nachfolger – auch eine Folge von Corona – steht parat. Anstelle von "Exportweltmeisterschaft", "Energiewende" und "Eurostärke" dreht sich ihr politisches Vokabular dieser Tage um durchwegs schmerzhafte Themen, "Intensivstationen" etwa, "Überlastung" oder "Corona-Tote".