Austria

Matura während der Corona-Krise: Eine Prüfung, keine Party

Ohne Angst, aber mit Maske absolvierten die Schüler der Friesgasse die Prüfung. Feiern dürfen sie nicht.

von Katharina Zach

Gemütlich ist sie nicht, die Gangaufsicht am kleinen Schultisch vor dem Klo. „Aber das W-Lan ist gut“, sagt Felix Götzendorfer. Ausgestattet mit Mundschutz und Laptop sitzt der Lehrer der HAK/HASCH Friesgasse vor dem EDV-Raum und passt auf, das niemand schummelt.

Noch drei Schülerinnen arbeiten in dieser Klasse an ihrer Deutsch-Matura. Viele sind schon fertig – die heuer um 60 Minuten verlängerte Prüfungszeit von sechs Stunden hat fast niemand in Anspruch genommen, erzählt Direktorin Ingrid Aubauer.

40.000 Schüler kämpften sich gestern, Dienstag, durch eine Erörterung zum Thema Massentourismus, eine Interpretation eines literarischen Textes oder eine Analyse samt Leserbrief. Nach den Fachklausuren am Montag stand Deutsch am Programm.

Für die rund 850 Maturanten im Schulzentrum Friesgasse lief manches anders ab, als bei den Kandidaten in den Jahren zuvor. Zwar war die Aufregung wohl dieselbe, heuer allerdings mussten die Schülerinnen und Schüler Maske tragen – bis bis zum Erhalt der 24-seitigen Prüfungsbögen.

„Aber an die hat man sich schon sehr gewöhnt“, erzählt die 19-jährige Amna Genjac. Und die Raumgröße ist ein Thema. Denn im Schulzentrum wurde darauf geachtet, nur acht bis neun Schüler – mit jeweils einem Meter Abstand – in einem Raum die Prüfung ablegen. Was die Lehrer logistisch vor eine Herausforderung stellte.

In der benachbarten AHS blieben daher rund 25 Lehrer freiwillig zur Maturaaufsicht.

Kein Sauerstoffmangel

Die HAK kam bei 21 Schülern mit drei Räumen aus. „Wir hatten kein Problem mit Sauerstoffmangel“, scherzt Deutschlehrer Markus Grammel. Denn die Vorgaben des Ministeriums sind klar: Jede Stunde muss fünf Minuten gelüftet werden.

Für manche empfindsamen Schüler ob der aktuellen Temperaturen fast zu lange. Mit seinen Schützlingen ist Grammel zufrieden, sie hätten sich zu Hause im E-Learning gut vorbereitet. Nur etwas enttäuscht seien die Schüler gewesen, dass das Coronavirus bei der Aufgabenstellung der Matura keine Rolle gespielt habe. Kann es aber nicht, denn die Bögen waren schon lange vorbereitet. 6. Mai – das ist das Datum, das auf den heurigen Angaben vermerkt ist.

Szenenwechsel in die AHS. Da sind Stephanie Kellner und ihre Klassenkolleginnen gerade fertig geworden. Angst vor der Matura hatten sie nicht. „Wir hatten alle nicht so einen Stress, weil wir ja in Deutsch schon positiv sind.“ Was sie meint: Wegen Corona gibt es neue Regeln: Für die Maturanote gilt nicht nur die Prüfung, sondern die Note im Abschlussjahr.

Wer da zumindest „befriedigend“ stehen hat, hat die Matura also in der Tasche. Schüler mancher Schulen hat das bei den Fachklausuren am Montag– wie berichtet – dazu verleitet haben, bereits nach 30 Minuten abzugeben. In der Friesgasse kein Thema.

Im Gegenteil, meinen die Schülerinnen, sei man vielleicht sogar noch besser, eben weil der Druck wegfalle.

Eine mündliche Matura gibt es übrigens nicht – es sei denn, Schüler wollen diese freiwillig ablegen. Da hat sich aber niemand gefunden. „Welch Erstaunen“, kommentiert das AHS-Direktorin Hedwig Weindl.

54 Maturanten gibt es heuer im Gymnasium Friesgasse. Nur zwei traten nicht an – aber nicht wegen Corona, sondern weil sie die achte Klasse nicht bestanden hatten. Sonst waren alle dabei. „Sogar ein Risikoschüler mit Immunschwäche. Der sitzt in einem eignen Kammerl“, erzählt die Direktorin.

Das Bittere in diesem Jahr: Alles, was den Abschluss der Schullaufbahn ausmacht, kann nicht stattfinden. Der Streichetag, wie man das in der AHS der Friesgasse nennt– fällt aus. Wem soll man auch Streiche spielen, wenn niemand im Unterricht ist? Ebenso das Grillen im Hof am letzten Schultag.

Und die Maturafeier? Wie die stattfinden soll, ist unklar. „Man kann den Abschluss nicht zelebrieren“, sagt Maturantin Christina Melcher. Ihre Freundin Isabella Kogler bringt es auf den Punkt: „Nur wir haben den Spaß nicht.“ Die Pflicht hingegen schon: Heute steht Englisch, morgen Mathe am Stundenplan.

Die Schule:

Rund 1400 Schüler besuchen das Schulzentrum in Rudolfsheim-Fünfhaus. 500 besuchen die AHS, 350 die Handelschule und die HAK. Auch eine Neue Mittelschule sowie eine Volksschule gibt es.

Die Corona-Zeit:

Für die Schulleiterin Maria Schelkshorn-Magas waren weniger die Vorbereitungen für die Matura herausfordernd, als vielmehr die Schulöffnung generell. Da es sich bei dem Schulzentrum um eine Privatschule handelt, war Schelkshorn-Magas sämtliche Materialien wie Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken selbst organisieren. "Es war exorbitant, was da für eine Flasche Flächendesinfektionsmittel verlangt wurde", erinnert sie sich. 70 Euro pro Liter sei es gewesen. Dazu kommt, dass sie im Frühjahr 63 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste. "Es hat alles Kopf gestanden." Mittlerweile hat sich der Betrieb eingependelt.

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